Schweinefleisch für Hunde

Immer wieder sehen sich Hundebesitzer mit unterschiedlichsten Meinungen konfrontiert, was die richtige Ernährung des Hundes betrifft. Da geht es zum einen darum, welche Art der Fütterung die richtige ist. Auf der anderen Seite kommen laufend neue Fragen auf den Hundehalter zu, was der Hund jetzt eigentlich fressen darf und was nicht. Ein Thema, das immer wieder in den Diskussionen auftaucht, ist das Schweinefleisch und natürlich die Frage: Dürfen Hunde Schweinefleisch fressen?

Schweinefleisch darf nicht roh gefüttert werden

Teilweise ist die Verunsicherung unter den Hundehaltern in puncto Schweinefleisch sehr groß. Viele machen sich Sorgen, wenn das Tier womöglich versehentlich rohes Fleisch gefressen hat, und achten ganz besonders auf die „gefährliche“ Fleischsorte. Auch bei den Menschen steht das Fleisch des Hausschweins immer wieder in der Kritik. Es sei ungesund, fett und enthalte zahlreiche Schadstoffe. Generell kann hier Entwarnung gegeben werden. Schweinefleisch ist ebenso wie Rindfleisch, Huhn, Fisch oder Wild für die Fütterung des Hundes geeignet. Futtermittelhersteller verwenden es auch für Alleinfuttermittel. Zumeist sind die Bestandteile von Schweinefleisch aber nicht als solches deklariert, sondern fallen unter tierische Nebenerzeugnisse. Hundehalter, die Schweinefleisch an ihren Hund verfüttern möchten, müssen sich ebenso keine Sorgen machen. Allerdings muss Schweinefleisch immer gegart werden und darf nicht roh gefüttert werden.

Das Aujeszky-Virus

Schweinefleisch als Hundefutter

Foto: pixabay.com

Rohes Schweinefleisch kann mit dem Aujeszky-Virus infiziert sein. Dabei handelt es sich um ein Herpesvirus. Der Hauptwirt des Virus ist das Hausschwein. Beim Schwein treten unterschiedlichste Symptome auf, die von zentralnervösen Störungen bis hin zu Atemproblemen reichen können. Die Infektion führt beim Schwein jedoch nicht zum Tod. Anders ist dies beim Hund und bei der Katze, die sich durch Fressen von rohem Fleisch mit dem Aujeszky-Virus infizieren können. Innerhalb von etwa zwei Tagen kommt es bei diesen Tieren zu einer Gehirn- und Rückenmarksentzündung. Die Symptome ähneln jenen der Tollwut. Daher wird auch oft von der Pseudowut gesprochen. Die Tiere sind unruhig, reagieren vielleicht sogar aggressiv oder sie sind auffällig müde und teilnahmslos. Ein plötzlich auftretender sehr starker Juckreiz ist ein typisches Zeichen für den Ausbruch der Aujeszkyschen Krankheit. Erbrechen, Durchfall und Speicheln sind weitere Symptome. Eine Infektion mit dem Aujeszky-Virus verläuft immer tödlich und es gibt keine Therapie. Der einzige Weg um dem Tier weiteres Leiden zu ersparen ist, es vom Tierarzt einschläfern zu lassen.

Deutschland ist weitestgehend Aujeszky-frei

Trotz dieser gefährlichen Krankheit muss nun keine Panik in Bezug auf Schweinefleisch ausbrechen. Viele europäische Länder gelten heute als Aujeszky-frei. Das gilt auch für Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit, dass Schweinefleisch aus diesen Ländern infiziert ist, ist ausgesprochen gering. Allerdings können Wildschweine das Virus in sich tragen und so kann es unter besonderen Umständen auf Hausschweine übertragen werden. Auf die Fütterung von rohem Wildschweinfleisch muss also verzichtet werden. Rohes Fleisch von Hausschweinen birgt stets ein Restrisiko. Dieses kann aber ganz einfach ausgeschlossen werden, indem Schweinefleisch nur gegart verfüttert wird. Durch das Erhitzen wird das Aujeszky-Virus zuverlässig abgetötet. Im Handel sind neben zahlreichen anderen Produkten auch getrocknete Schweineohren erhältlich. Sie werden meist durch Erhitzen getrocknet und haltbar gemacht. Einige Produzenten arbeiten mit Dehydrierung im Kaltverfahren, um den Ohren Wasser zu entziehen. In beiden Fällen wird das Virus zuverlässig abgetötet. Wer hier aber nicht sicher ist, sollte jeweils beim Hersteller des Produktes direkt nachfragen. All diejenigen, die dennoch Bedenken haben, können aber auf Produkte anderer Tiere umsteigen und Schwein generell meiden.

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