Diabetes beim Hund: Ursachen, Symptome und Heilung

Diabetes beim Hund? Leider ja. Denn auch der geliebte Vierbeiner ist vor dieser Krankheit nicht gefeit. Übrigens: die Bezeichnung „Diabetes mellitus“ stammt aus dem lateinischen. Übersetzt bedeutet es soviel wie „süßer Durchfluss“. Ihren Ursprung hat diese Bezeichnung in der Zeit, als Krankheiten noch anhand des Urins diagnostiziert wurden.
Kranker Hund

Auch Hunde können an Diabetes leiden / Foto: pixabay.com

Zuckerkrankheit beim Hund

Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit. Dem Hund fehlt dabei das Blutzuckerspiegel-senkende Hormon Insulin. Die Zuckerkrankheit tritt meist erst in fortgeschrittenem Hundealter auf. Doch auch junge Hunde können gelegentlich betroffen sein. Rüden erkranken dabei seltener an Diabetes mellitus als Hündinnen.

Das den Blutzuckerspiegel regulierende Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert. Es hilft dabei, die Glukose aus der Nahrung in die Zellen zu transportieren. Wird kein oder zu wenig Insulin produziert, gelangt die Glukose nicht in die Zellen, sondern verbleibt im Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt und der Hund zeigt die typischen Diabetes-Symptome.

Diabetes-Formen

Es wird zwischen zwei Haupt-Diabetesformen unterschieden.

  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Diabetes mellitus Typ 2

Typ 1 Diabetes: Manche Hunderassen weisen eine genetische Veranlagung zu Diabetes auf. US-Statistiken weisen darauf hin, dass vor allem kleine Hunderassen zu Zuckerkrankheit neigen. So zum Beispiel Bichon frisé, Fox Terrier, Mops und auch Zwergpudel. Auch eine Störung des Immunsystems oder des Hormonhaushalts können zu diesem Diabetes-Typ führen. Falsche Ernährung und Übergewicht begünstigen Diabetes mellitus Typ 1 zusätzlich.

Typ 2 Diabetes: Diese Form der Zuckerkrankheit tritt bei Hunden relativ selten auf. Meist ist hier eine Insulinresistenz der Zellen für die Erkrankung ursächlich.

Symptome von Diabetes beim Hund

Die Symptome der Zuckerkrankheit bei Hunden sind vielfältig.

  • starker Durst
  • verstärkter Hunger
  • erhöhter Harndrang
  • glanzloses Fell
  • Gewichtsabnahme
  • Entkräftung
  • verschlechterte Wundheilung

Werden die ersten Anzeichen für Diabetes nicht erkannt und die Krankheit entsprechend behandelt, steigt der Blutzuckerspiegel weiter an. Die möglichen Folgen:

  • Zuckerschock
  • Erbrechen
  • Dehydration
  • Austrocknung
  • Bewusstlosigkeit
  • Koma

Nicht erkannter und unbehandelter Diabetes ist für den Hund lebensbedrohlich. Es ist deshalb wichtig, schon bei leichten Symptomen den Tierarzt aufzusuchen.

Feststellung von Diabetes beim Hund durch den Tierarzt

Die Diagnose der Zuckerkrankheit erfolgt durch die Untersuchung von Urin und Blut des Hundes.

Die Urinuntersuchung

Der Zuckergehalt im Urin wird mittels Teststreifen bestimmt. Zugleich wird der Urin auf Ketonkörper untersucht. Diese sind Anzeichen auf massive Stoffwechselprobleme. Auch das Gewicht des Urins wird überprüft. Bei vorliegender Diabetes ist der Urin durch die enthaltene Glukose schwerer.

Da auch manche Nierenerkrankungen zu Zucker im Urin führen können, wird in manchen Fällen auch ein weiterer Urintest durchgeführt. Dieser dient dazu, das Verhältnis von Urin, Protein und Kreatinin zu bestimmen.

Hund zur Untersuchung beim Tierarzt

Eine Untersuchung beim Tierarzt ist unumgänglich / © Syda_Productions – depositphotos.com

Die Blutuntersuchung

Hierbei wird der Nüchtern-Glukosewert im Blut bestimmt. Das heißt, der Hund muss bei der Blutabnahme nüchtern sein. Er darf also noch nicht gefressen haben. Zusätzlich zum Nüchtern-Zuckerwert wird auch der Fruktosaminwert, der Langzeitzuckerwert, gemessen. Dies ist notwendig, da die Aufregung beim Tierarzt den Zuckerwert vorübergehend erhöhen kann.

Die Messung des Langzeitzuckerwerts erfolgt durch den OGT, dem Oralen Glukosetoleranztest. Dabei erhält der Hund zuerst eine Zuckerlösung verabreicht. Nach einem gewissen Zeitraum werden anschließend erneut die Blutzuckerwerte bestimmt. Liegt kein Diabetes vor, hat sich der Wert nach rund 2 Stunden normalisiert.

Der Tierarzt untersucht das Hundeblut zudem auf weitere Risikofaktoren, welche mit Diabetes in Verbindung stehen könnten. Dazu zählen Enzyme von Bauchspeicheldrüse und Leber sowie der Cholesterinwert.

Ist eine Insulintherapie zwingend notwendig?

Leider ist eine Therapie der Zuckerkrankheit durch Tabletten bei Hunden nicht möglich. Es muss in der Regel eine Behandlung mit Insulin-Injektionen durchgeführt werden. Zusätzlich dazu ist eine Diät, speziell auf Diabetes ausgerichtet, erforderlich. Hierfür gibt es gutes Spezialfutter.

In sehr leichten Fällen von Diabetes kann eine strenge Diät mit Diabetiker-Spezialfutter als Therapie ausreichen. Eine Überwachung durch den Tierarzt ist jedoch dabei empfohlen. Viele Hunde verlieren ohnehin nicht viel Lebensqualität, wenn Sie unter der Krankheit leiden. Es gilt nur, diese frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Schritte einzuleiten.

Hund spielt aktiv in den Wiesen

Pure Lebensfreude ist auch mit einer Diabetes-Erkrankung möglich / Foto: Ksuksann – depositphotos.com

Broteinheiten zählen auch beim Hund?

An Diabetes erkrankte Menschen müssen im Rahmen ihrer Diät auf die sogenannten Broteinheiten achten. Bei Hunden ist dies nicht nötig, sofern der Hund hochwertiges Diätfutter erhält.

Die Einstellung des Blutzuckerspiegels

Um den an Diabetes erkrankten Hund richtig therapieren zu können, ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel des Tiers richtig einzustellen. In manchen Fällen kann hier ein stationärer Aufenthalt beim Tierarzt oder in der Tierklinik notwendig sein. Dabei wird die Diabetes-Diät begonnen, kontrolliert und die für den Hund notwendige Menge Insulin ermittelt.

Nach Ende des stationären Aufenthalts muss die Insulingabe vom Hundehalter zu Hause fortgesetzt werden. Dies beinhaltet die regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers wie auch die tägliche Insulingabe. Wichtig ist dabei die strenge Einhaltung des Behandlungsplans.

Ist der Blutzuckerspiegel des Hundes gut eingestellt, verbessern sich nicht nur die Werte. Auch die typischen Diabetes-Symptome verschwinden.

Insulin spritzen, aber wann?

Der vom Tierarzt erstellte Behandlungsplan enthält die Menge sowie die Häufigkeit der Insulingabe. Empfohlen wird oft die Verabreichung des Insulins vor der Mahlzeit. Doch kann es dadurch zur Unterzuckerung kommen. Und diese kann das Leben des geliebten Vierbeiners gefährden.

Besser ist es, dem Hund das Insulin nach der Fütterung zu verabreichen. So kann Unterzucker vermieden werden. Wichtig dabei ist die Beantwortung folgender Punkte.

  • Hat der Hund gefressen?
  • Wurde die gesamte Portion aufgefressen?
Nur wenn die Anworten auf beide Fragen Ja lautet, ist die im Behandlungsplan angegebene Insulinmenge richtig. Lautet auch nur eine der beiden Antworten Nein, ändert sich die zu verabreichende Insulinmenge.

Bei Unsicherheit im Bezug auf die richtige Insulindosis sollte der Tierarzt befragt werden. Hier gilt: lieber zu oft den Tierarzt gefragt, als zu selten.

Achtung vor Unterzuckerung

Für eine Unterzuckerung gibt es, ebenso wie bei anderen Erkrankungen, mehrere Ursachen. So zum Beispiel:

  • Insulin-Überdosis
  • Insulingabe vor der Fütterung mit anschließend zu geringer Futter-Aufnahme
  • erhöhte Anstrengung
Die Anzeichen einer möglichen Unterzuckerung:
  • sehr ruhiges Verhalten
  • schwankender, unsicherer Gang
  • Bewusstlosigkeit

Erste Hilfe bei Unterzuckerung

Ohne Behandlung der Zuckerkrankheit kann der Hund unter den Folgen versterben. Umso wichtiger ist es also, Erste Hilfe zu leisten. Dies geschieht durch die Zuführung durch Zucker. Geeignet dafür sind:

  • Honig
  • Traubenzucker
  • Zuckerwasser

Nach der Ersten-Hilfe-Maßnahme muss der Hund umgehend zum Tierarzt!

Ist Diabetes beim Hund heilbar?

Ob die Zuckererkrankung heilbar ist, hängt von der Krankheitsursache ab. Wird die Diabetes-Erkrankung von Sexualhormonen beeinflusst, kann der Hund unter Umständen durch Kastration geheilt werden. Gleiches gilt bei anderen hormonellen Ursachen. Bei Behandlung dieser kann auch die Zuckerkrankheit verschwinden.

Positiv beeinflusst wird der Diabetes beim Hund durch Bewegung, gesunde Ernährung und daraus folgend ein normales Gewicht. Als gesunde Ernährung empfehlen wir ein hochwertiges Nassfutter zu finden – ohne Zusätze.

Hund freut sich auf Fressen

Besonders im Krankheitsfall von Bedeutung: ein gesundes Hundefutter / Foto: Chalabala – depositphotos.com

Fazit zu Diabetes bei Hunden

Diabetes ist insbesondere eine häufige Erkrankung von Hunden in höherem Alter. Wobei Hündinnen häufiger betroffen sind als Rüden. Eine Heilung von Diabetes ist nur in den seltensten Fällen möglich. Dennoch kann der Hund gut mit der Zuckerkrankheit leben. Wichtig dafür ist eine regelmäßige Insulingabe sowie die Einhaltung einer speziellen Diät.

Halter eines Hundes mit Diabetes sollten stets etwas Süßes bei sich tragen, um im Fall einer Unterzuckerung des Hundes sofort Erste Hilfe leisten zu können. Hier empfiehlt sich ein Stück Traubenzucker, eine kleine Portion Honig oder etwas Zuckerwasser.

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