Leishmaniose beim Hund

Leishmaniose beim Hund ist eine typische Mittelmeerkrankheit, für welche die Ansteckungsgefahr vor allem in Europas Süden sehr hoch ist. Doch auch in Deutschland kommt es immer wieder zu vereinzelten Fällen. Unerkannt führt diese Krankheit zum Tod des Hundes. Es ist deshalb wichtig, sich gut über die Leishmaniose zu informieren.
Golden Retriever im Wasser

Ein Urlaub am Mittelmeer mit Hund kann so schön sein / © VolodymyrBur – depositphotos.com

Leishmaniose – was ist das?

Die Leishmaniose beim Hund ist eine durch Leishmanien ausgelöste Infektionskrankheit. Dabei handelt es sich um Blutparasiten, welche sich in den Fresszellen des Hunde-Organismus einnisten, sich dort vermehren und im weiteren Verlauf die Zellwände zerstören. Die Leishmanien dringen immer weiter in den Hundekörper vor und zerstören dabei mehr und mehr die Zellen. Beispielsweise in den Lymphknoten, im Knochenmark, in der Milz oder auch in der Leber.

Es gibt drei verschiedene Formen der Leishmaniose:

  • viszerale Leishmaniose (innere Leishmaniose)
  • kutane Leishmaniose (Haut-Leishmaniose)
  • mukokutane Leishmaniose (Schleimhaut-Leishmaniose)

In Europa findet sich hauptsächlich die viszerale Leishmaniose, also die innere Variante.

Wie kann sich der Hund anstecken?

Übertragen wird die Krankheit durch Sand- bzw. Schmetterlingsmücken. Diese überträgt während des Blutsaugens die Krankheitserreger auf den Hund. Sandmücken finden sich hauptsächlich in der Mittelmeer-Gegend, also in wärmeren Gefilden.

Dort ist dementsprechend das Leishmaniose-Infektionsrisiko hoch. Auch hier kommt es inzwischen bereits zu vereinzelten Leishmaniose-Erkrankungen. Der Grund dafür sind die steigenden Temperaturen, welche die Sandmücke auch hier langsam heimisch werden lässt. Dennoch zählt diese Infektionskrankheit zu den typischen Mittelmeerkrankheiten.

Die Symptome

Die Inkubationszeit von Leishmaniose beim Hund kann bis zu mehrere Jahre betragen. Aber auch ein kurzfristiger und schneller Krankheitsverlauf ist möglich. So gefährlich die Krankheit auch ist, so unspezifisch sind ihre ersten Anzeichen. Zu diesen ersten Symptomen zählen beispielsweise

  • Abgeschlagenheit
  • Gewichtsverlust
  • Fieber
  • Durchfall

Da diese Anzeichen nicht nur auf Leishmaniose, sondern auch auf zahlreiche weitere Erkrankungen hinweisen können, wird die Erkrankung zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht erkannt. Im weiteren Verlauf treten dann folgende Symptome auf.

  • schmerzempfindlicher Bauch
  • geschwollene Lymphknoten
  • Ausschläge
  • stark wachsende Krallen
  • Haarausfall
  • blutiger Kot
  • Nasenbluten

Ein Besuch beim Tierarzt ist bereits bei den frühen, unspezifischen Symptomen angeraten. Spätestens beim Vorliegen der weiteren Anzeichen sollte der Veterinär auch an Leishmaniose beim Hund denken.

Denn: wird die Krankheit nicht behandelt, kommt es unweigerlich um Nierenversagen und zum Tod des geliebten Vierbeiners.

Kranker Hund zur Untersuchung beim Tierarzt

Eine Untersuchung beim Tierarzt bringt Klarheit / © SergeyNivens – depositphotos.com

Die Diagnose

Bereits beim geringsten Verdacht auf eine Leishmaniose-Infektion des Hundes, sollte der Halter einen Tierarzt konsultieren. Nach einem ausführlichen Anamnese-Gespräch, bei welcher auch nach eventuellen Auslandsreisen gefragt wird, folgt die körperliche Untersuchung des Tieres.

Für einen sicheren Nachweis der Leishmaniose wird der Veterinär einen Bluttest durchführen oder auch eine Gewebeprobe aus den Lymphknoten oder dem Knochenmark entnehmen. Sobald die Ergebnisse da sind und Gewissheit besteht, beginnt die Behandlung des betroffenen Hundes.

Die Behandlung der Hunde-Leishmaniose

Die unschöne Nachricht gleich vorweg: Leishmaniose beim Hund ist nicht heilbar. Der Grund dafür ist, dass sich die Leishmanien fest in den Körperzellen des Tiers einnisten. Hier ist es auch unabhängig davon, wie schnell die Krankheit erkannt und behandelt wird.

Die Behandlung zielt deshalb ausschließlich darauf ab, mit der Erkrankung einhergehende Beschwerden zu lindern. Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung können so auch bleibende Schäden vermieden oder zumindest vermindert werden.

Zwar sind im Ausland mehrere Medikamente für die Behandlung der Leishmaniose verfügbar, doch sind diese in Deutschland derzeit nicht zugelassen. Somit müssen deutsche Tierärzte hier auf alternative Medikamente zurückgreifen.

Purinarmes Hundefutter bei Leishmaniose?

In einigen Fällen wird das Medikament Allopurinol vom Tierarzt verschrieben. Da dieses jedoch verhindert, dass im Hundekörper Purine abgebaut werden können, ist eine purinarme Kost von Nöten.

Purin ist eine organische Verbindung, welche sowohl bei uns Menschen als auch bei unseren Vierbeinern für den Aufbau neuer Zellen verantwortlich ist. Damit ist Purin ebenfalls essentiell für die Erbsubstanz. Grundsätzlich lässt sich Purin in vielen Lebensmitteln und Fleischsorten finden. Da Hunde in erster Linie Fleischfresser sind, ist die Wahl eines geeigneten Hundefutters mit artgerechter aber purinarmer Zusammensetzung nicht so einfach.

Weitere Informationen zu dieser speziellen Ernährungsweise erhalten Sie in unserem Beitrag zu purinarmen Hundefutter.

Wahl des richtigen Hundefutters

Unter Umständen wird bei der Leishmaniose ein neues Futter benötigt / © Chalabala – depositphotos.com

Leishmaniose vorbeugen

Im Hinblick darauf, dass es sich bei der Leishmaniose beim Hund um eine unheilbare und sogar tödlich verlaufende Krankheit handelt, sollte der geliebte Vierbeiner natürlich vor einer Infektion geschützt werden.

Die einzig wirklich sichere Möglichkeit besteht deshalb darin, den Hund auf Reisen in den Süden nicht mitzunehmen. Ein Urlaub mit Hund ist jedoch auch im Süden denkbar, wenn folgende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden:

  • repellierendes Insektenschutzmittel verwenden
  • auf Übernachtung im Freien verzichten aufgrund Nachtaktivität der Sandmücken
  • Moskitonetz an den Fenstern oder alternativ Fenster geschlossen halten

Ob spezielle Halsbänder zur Mückenabwehr oder Spot-On-Produkte, wichtig ist es, die Sand- bzw. Schmetterlingsmücke vom Hund fernzuhalten. Erhältlich sind die wirksamen Produkte beim Tierarzt. Es gibt sowohl natürliche und chemische Produkte, um den Hund vor Mücken zu schützen.

Der Vorteil der natürlichen Mittel ist, dass die Darmflora und der Hundekörper nicht belastet werden. Der große Vorteil der chemischen Produkte ist jedoch die meist bessere und zuverlässigere Wirkung.

Trotz der Mückenschutzprodukte sollte dennoch darauf geachtet werden, den geliebten Vierbeiner am frühen Morgen sowie abends nicht nach draußen zu lassen. Denn zu diesen Zeiten sind die Mücken besonders aktiv.

Hunde aus dem Mittelmeerraum

In den Mittelmeerländern gibt es unzählige heimatlose Hunde. Diese werden gerne von Tierschutzorganisationen oder auch Privatleuten nach Deutschland geholt. Woran viele jedoch dabei nicht denken, sind die sogenannten Mittelmeerkrankheiten, zu denen auch die Leishmaniose zählt. Sehr viele Hunde aus südlichen Ländern sind damit infiziert. Insbesondere Hunde, welche auf den Straßen oder generell im Freien leben oder gelebt haben.

Aufschluss darüber, ob der Vierbeiner an Leishmaniose oder auch an anderen Mittelmeerkrankheiten wie Ehrlichiose oder Babesiose erkrankt ist, gibt der sogenannte Mittelmeertest. Wird ein Hund aus dem Süden Europas adoptiert, sollte der Mittelmeertest keinesfalls vergessen werden. Wichtig ist zudem, diesen Test nach ein paar Monaten nochmals zu wiederholen.

Fazit zur Leishmaniose beim Hund

Bei der Leishmaniose beim Hund handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche hauptsächlich in südlichen Gefilden zu finden ist. Sie wird durch die dort beheimatete Sandmücke übertragen und ist nicht heilbar. Unbehandelt führt die Leishmaniose unweigerlich zum Tod des Hundes.

Der Gesundheit des geliebten Vierbeiners zuliebe, sollten Reisen in den Süden Europas besser ohne ihn angetreten werden. Will oder kann der Hundehalter nicht auf die fellnasige Reisebegleitung verzichten, sollte er die weiter oben genannten Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen.

Bei Hunden, die aus südlichen Ländern adoptiert werden, sollte auf jeden Fall der sogenannte Mittelmeertest durchgeführt werden. Und dies bestenfalls zweifach innerhalb einiger Monate. So kann die Leishmaniose gut festgestellt werden.

Wer schreibt hier eigentlich?
Wer schreibt hier eigentlich?
Ich bin Markus. Als zertifizierter Ernährungsberater für Hunde liegt mir die artgerechte Ernährung unserer Vierbeiner ganz besonders am Herzen.
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