Erbrechen beim Hund: Ursachen und Heilung

Hunde erbrechen öfter mal. Nicht immer ist es wirklich harmlos. Beim Erbrechen handelt es sich um einen wichtigen Abwehrmechanismus des Körpers. Auf diese Weise kann der Körper effektiv und schnell Fremdkörper oder giftige Substanzen wieder loswerden. Das Erbrechen ist ein Reflex bzw. eine Reaktion, der auf eine entsprechende Stimulation automatisch geschieht.

Erbrechen beim Hund

Erbrechen lässt sich in drei Phasen einteilen

  • Die erste Phase des Erbrechens: die √úbelkeit. Bei Menschen kann die √úbelkeit leichter erkannt werden, da Hunde nicht sprechen und sich schlechter √§u√üern k√∂nnen. Aber Symptome f√ľr √úbelkeit k√∂nnen G√§hnen, leeres Schlucken, Schmatzen, Unruhe oder auff√§lliger Speichelfluss sein. Durch die vermehrte Produktion von basischem Speichel wird der saure Mageninhalt neutralisiert. Grasfressen ist eine Besonderheit bei Hunden, wenn ihnen √ľbel ist. Viele Hunde fressen hin und wieder, andere auch h√§ufig, Gras. Ist dem Hund √ľbel, wird das Grasfressen aber auff√§llig. Meistens morgens, wenn der Magen noch leer ist, fressen die Hunde viel Gras und erbrechen es anschlie√üend in Schleim verpackt wieder. Wenn das jeden Morgen passiert, sollte untersucht werden, ob der Hund an einer Erkrankung des Magendarmtraktes leidet. Viele der Hunde fressen auf leeren Magen Gras, weil ihnen √ľbel ist, damit der Brechreiz angeregt wird.
  • In der Phase zwei ziehen sich die Bauchmuskulatur und das Zwerchfell bei geschlossenem Kehlkopf kr√§ftig zusammen. Die Maulh√∂hle ist dabei zu. Es entsteht ein Unterdruck in der Brusth√∂hle, weshalb der Mageninhalt in die Speiser√∂hre verschoben wird. Die Phase ist einfach zu erkennen und oftmals auch zu h√∂ren, wie der Hund ‚Äěpumpt‚Äú.
  • Die dritte Phase ist das Erbrechen, der eigentliche Auswurf des Mageninhalts. Der Hund hat dabei die Maulh√∂hle weit offen. Der Kehlkopf ist in der Zeit geschlossen, damit kein Erbrochenes eingeatmet wird.

Ursachen f√ľr das Erbrechen bei Hunden

Es ist eine sehr komplexe Steuerung, die f√ľr das Erbrechen zust√§ndig ist. F√ľr das Ereignis ist ein spezialisierter Bereich im Gehirn das Zentrum, das sog. Brechzentrum. Es k√∂nnen verschiedene Reize f√ľr die Stimulation zust√§ndig sein, die auch wiederholtes Erbrechen ausl√∂sen.

Die inneren Organe k√∂nnen Ausl√∂ser sein. Dabei kann im Prinzip jedes Organ eine Rolle spielen, wobei besonders die Organe der Bauchh√∂hle Rezeptoren haben, die f√ľr Anregungen im Brechzentrum sorgen k√∂nnen.

Erbrechen kann aber auch von Erkrankungen des Magendarmtraktes ebenso wie von der Milz, Niere, Leber, Prostata und weiteren ausgel√∂st werden. Besonders Entz√ľndungen, Schwellungen oder Fremdk√∂rper k√∂nnen genauso wie b√∂sartige Wucherungen verantwortlich sein.

Kranker Hund

Ab zum Tierarzt bei Erbrechen und einem schlechten Allgemeinzustand / Foto: pixabay.com

Weitere Ursachen f√ľr das Erbrechen bei Hunden

Hauptsächlich Kleinhirn und Innenohr kontrollieren das Gleichgewicht. Die Reisekrankheit ist ein typisches Beispiel, das Störungen im Gleichgewicht hervorruft und Übelkeit und Erbrechen mit sich bringen kann. Besonders Welpen können beim Autofahren entsprechend reagieren.

Aber auch Tumore oder Entz√ľndungen im Innen- oder Mittelohr k√∂nnen verantwortlich sein. Erbrechen ist ein Reflex, dennoch kann das Gro√ühirn eine gewisse Einwirkung auf das Brechzentrum haben. Eigentlich ist es verantwortlich f√ľr willentliche Handlungen. Typisch sind emotionale und visuelle Eindr√ľcke, durch die Erbrechen ausgel√∂st werden kann. Bei Hunden gibt es zudem die Vermutung bei Epilepsief√§llen, die sich nur durch Erbrechen zeigen.

Neben den Erkrankungen der inneren Organe, sind h√§ufig auch Giftstoffe f√ľr das Erbrechen verantwortlich. Das k√∂nnen Insektenvernichtungsmittel oder Medikamente sein. Dazu geh√∂ren in den meisten F√§llen Schmerzmittel. Gifte, die aus Stoffwechselst√∂rungen (zB Nierenversagen oder eine Nebennierenunterfunktion) kommen, haben ebenso eine Wirkung auf die Gehirnregion. Diese ist f√ľr die Brechreizstimulierung zust√§ndig.

Weitere St√∂rungen k√∂nnen Fremdk√∂rper sein, die beim Hund im Hals stecken und ihn zum Erbrechen bringen. Ebenso Entz√ľndungen oder Schwellungen im Rachen- und Halsbereich k√∂nnen mit Erbrechen einhergehen.

Der Hund kann nat√ľrlich auch dann erbrechen, wenn das Futter schlecht gewesen ist. War der Dosendeckel nach oben gew√∂lbt, so kann dies auf eine undichte Dose hinweisen. Aber auch feucht gelagertes Trockenfutter kann auf Dauer schlecht werden.

Auch durch Speisereste, welche kein geeignetes Hundefutter darstellen, und besonders bei stark gew√ľrzten Gerichten, k√∂nnen Brechreize ausgel√∂st werden. Eine schlechte Futterqualit√§t kann bei sensiblen Hunden bereits auch zu Verdauungsproblemen und m√∂glicherweise Brechreizen f√ľhren.

Wie lässt sich die Diagnose erforschen und behandeln?

Es gibt viele Möglichkeiten, um die Diagnose zu erforschen. Im ersten Schritt steht die Untersuchung des Hundes. Welche Tests ausgesucht werden, um die Diagnose genau feststellen zu können, sollte gezielt aus der langen Liste erfolgen. Generell kann gesagt werden, dass sie um einiges umfangreicher sein sollte, umso kränker der Hund und umso schwerer der Verlauf der Erkrankung ist. Es ist enorm wichtig, dass das Allgemeinbefinden richtig beurteilt wird.

Eine der einfachsten Untersuchungsmethoden ist die Kotuntersuchung. Parasiten m√ľssen nicht f√ľr Erbrechen verantwortlich sein, sie belasten aber den gesamten Organismus zus√§tzlich. Studien belegen, dass ein Hund durch viele Viren alleine nicht stark gef√§hrdet ist. Kommen aber¬†Parasiten und Darmbakterien dazu, kann das den Organismus des Hundes stark in Mitleidenschaft ziehen.

Bei einem eher schlechten Allgemeinzustand sollte eine Blutuntersuchung angestrebt werden. Besonders wenn Fieber, Husten und Erbrochenes sowie Durchfall Blut enthalten. Die Untersuchung gibt Auskunft √ľber die Anzahl der roten und wei√üen¬†Blutk√∂rperchen. Sind die wei√üen Blutk√∂rperchen (Leukozyten) besonders stark erh√∂ht oder erniedrigt, ist das ein Hinweis auf eine massive Erkrankung. Durch die Untersuchung des Stoffwechsels lassen sich Niereninsuffizienz, Leberentz√ľndungen oder Zuckerkrankheit feststellen oder ausschlie√üen.

Hund kotet in die Natur

Eine Kotuntersuchung beim Tierarzt kann die Ursache f√ľr das Erbrechen aufdecken / Foto: privat

Weitere Möglichkeiten der Ursachenforschung

Lebererkrankungen und Tumore k√∂nnen angeboren oder erworben sein. In jedem Fall k√∂nnen sie f√ľr chronische Verdauungsst√∂rungen verantwortlich sein. Eine Gef√§√ümissbildung (ein sogenannter Lebershunt) sollte bei der angeborenen Erkrankung auf jeden Fall bedacht werden. Der Lebershunt ist f√ľr eine fehlerhafte Entwicklung der Leberdurchblutung verantwortlich. Dadurch flie√üt das Blut nicht wie normal erst durch die Leber, sondern direkt vom Darm aus in den K√∂rperkreislauf. Giftstoffe, die die Leber eigentlich filtert, gelangen auf diese Weise direkt in den K√∂rper.

Die Unterfunktion der Nebenniere kommt relativ selten vor. Die Aufgabe der Nebenniere ist die Produktion von lebenswichtigen Hormonen wie Kortison und Aldosteron. Es gibt verschiedene Symptome bei einer Unterfunktion. In den meisten Fällen sind es aber chronische oder akute Verdauungsstörungen.

Liegt keine Erkl√§rung f√ľr das Erbrechen vor, kann durch ein R√∂ntgenbild ein Darmverschluss ausgeschlossen werden. Auf dem Bild sind die Lage und Gr√∂√üe der Organe zu sehen, ebenso wie Gas- oder Fl√ľssigkeitsansammlungen in den D√§rmen und auch, wenn in der Bauchh√∂hle freie Fl√ľssigkeit ist.

Der Ultraschall kann zus√§tzlich zum R√∂ntgen zum Einsatz kommen, um die inneren Organe mit ihrer Struktur beurteilen zu k√∂nnen. Besonders Neoplasien lassen sich darstellen. Dabei handelt es sich um Krebs. Entz√ľndliche Krankheiten wie eine Bauchspeicheldr√ľsenentz√ľndung lassen sich ebenfalls per Ultraschall darstellen.

F√ľr eine weitere Abkl√§rung kann eine Endoskopie n√∂tig werden. Dadurch kann die innere Oberfl√§che von Speiser√∂hre und Magen dargestellt werden. Entz√ľndungen, Geschw√ľre, Tumore oder Fremdk√∂rper lassen sich auf diese Weise ausfindig machen. Eine Endoskopie kann nur unter Narkose durchgef√ľhrt werden.

Chronisches Erbrechen

Leiden Hunde unter chronischem Erbrechen, sollte auf jeden Fall eine diagnostische Abkl√§rung erfolgen, da ernsthafte Erkrankungen daf√ľr verantwortlich sein k√∂nnen. Am h√§ufigsten ist eine chronische Magendarmentz√ľndung verantwortlich. Es gibt noch keine eindeutige Erforschung zur Ursache. Allerdings hat das darmeigene Immunsystem eine zentrale Bedeutung dabei.

Die Immunabwehr des Magen-Darm-Traktes ist st√§ndig damit besch√§ftigt zu entscheiden, was harmlose Substanzen, wie Bestandteile aus dem Futter, und was krankheitsverursachende Stoffe wie Bakterien und Viren sind. Kommt es zu einer dauerhaften St√∂rung der Balance, folgen unkontrollierte Entz√ľndungsreaktionen. Meist l√§sst sich nicht sagen, was der Ausl√∂ser daf√ľr war. In der Diskussion stehen genetische Einflussfaktoren.

Spezielle Bakterien stellen besondere Erkrankungen beim Hund dar. Beispielsweise haben die Helicobacter so sehr stark an Bedeutung in den letzten Jahrzehnten beim Menschen gewonnen. Sie gelten als wichtige Ursache im Hinblick auf chronische Magenentz√ľndungen, Geschw√ľre des Magens und Magenkrebs. Allerdings gibt es keine eindeutige Kl√§rung f√ľr die Verbindung bei Hunden. Diese Bakterien sind h√§ufig ein Zufallsbefund bei Magenschleimhautproben.

Hunde k√∂nnen auch wegen schlecht verdautem Futter erbrechen. Das kann auf eine gest√∂rte Magenentleerung hinweisen, wenn das Erbrechen 8-10 Stunden nach der Futteraufnahme eintritt. Es sollte sich nach der Zeit eigentlich kein Futter mehr im Magen befinden. Fremdk√∂rper oder Schleimhautwucherungen k√∂nnen f√ľr eine mechanische Entleerungsst√∂rung verantwortlich sein, genauso wie eine L√§hmung der Magenmuskulatur.

Bei Hunden sind Krebserkrankungen leider eine h√§ufige Todesursache. Krebs kann jedes Organ der Bauchh√∂hle befallen und daf√ľr sorgen, dass der Hund erbrechen muss. Nicht immer muss der Krebs im Magen-Darm-Trakt als Knoten erscheinen. Die Schleimhaut zeigt in vielen F√§llen untypische Ver√§nderungen, die sich nur schwer von einer chronischen Entz√ľndung unterscheiden lassen.

Akutes Erbrechen

Die Bezeichnung akut wird bei plötzlichem und unerwartetem Erbrechen verwendet. Das kann harmlose Ursachen haben, die jeder Hundehalter behandeln kann. Es kann sich aber auch um lebensbedrohliche Zustände handeln.

Die jedes Mal neue Beurteilung der Situation ist unerlässlich. Dabei spielen Alter und Allgemeinzustand des Hundes eine große Rolle. Nicht immer muss der Befund weiter abgeklärt werden. Sobald aber Fieber, Durchfall, Lustlosigkeit, dass der Hund nicht mehr fressen mag oder gar Blutspuren im Erbrochenen dazukommen, sollte der Hund einem Tierarzt vorgestellt werden.

Verdorbenes Futter oder ein pl√∂tzlicher Futterwechsel f√ľhren bei Hunden oftmals zum akuten Erbrechen. Eine geplante und richtig durchgef√ľhrte Futterumstellung kann dies verhindern. Besonders Junghunde verschlucken zudem so ziemlich alles, was ihnen vor die Schnauze kommt. Dazu geh√∂ren f√ľr den Menschen wirklich eklige Sachen wie Kot von anderen Tieren oder auch schimmliges Futter. Hunde sehen darin allerdings echte Delikatessen. Durch das Erbrechen ist das Problem meist gel√∂st, der Allgemeinzustand wird nicht weiter gef√§hrdet.

Erbrechen bei Hunden durch Futter

Ab zum Tierarzt bei längerer Appetitlosigkeit in Kombination mit Erbrechen / © willeecole Рdepositphotos.com

Weitere Ursachen f√ľr akutes Erbrechen bei Hunden

H√§ufig sind verschluckte Fremdk√∂rper f√ľr akutes Erbrechen verantwortlich. Das k√∂nnen Plastikteile, Stoffe, Holz oder Steine und viele weitere Dinge sein. F√ľhren die Sachen zum Darmverschluss ist die Diagnose dennoch nicht immer ganz einfach. R√∂ntgen und Ultraschall helfen bei der Diagnose, Holz und Plastikteile stellen sich allerdings nicht im R√∂ntgenbild dar. Hier kann es n√∂tig werden, mit Hilfe von Kontrastmitteln mehrfach zu r√∂ntgen. Im schlimmsten Fall bleibt als letztes Mittel in manchen F√§llen nur noch das √Ėffnen der Bauchh√∂hle, um eine zuverl√§ssige Diagnose stellen zu k√∂nnen.

Akutes Erbrechen kann zudem auch von Medikamenten und Giften hervorgerufen werden. Ein Zusammenhang lässt sich oft zwischen dem Mittel und dem Erbrechen erklären, wenn die Vorgeschichte bekannt ist. Diverse Schmerzmittel, Schneckenkörner und Frostschutzmittel sind einige der häufigsten Auslöser.

Besondere Vorsicht muss bei Medikamenten aus der Humanmedizin walten, das gilt ganz besonders f√ľr Schmerzmittel. Die meisten eignen sich in keiner Weise f√ľr Hunde. Beispielsweise kann ein Medikament, das ein gew√∂hnliches Schmerzmittel f√ľr Menschen ist, schon nach einer einmaligen Aufnahme zu schweren Magenschleimhautver√§nderungen beim Hund f√ľhren.

Es gibt viele Lebensmittel, die wir unseren Hunden nicht verf√ľttern d√ľrfen. H√§ufig k√∂nnen diese ebenfalls Erbrechen ausl√∂sen. Zu den h√§ufigen Problemen z√§hlt der Verzehr von Schokolade beim Hund. Wenn Ihr Hund nicht von alleine erbricht, sollten Sie ihn dazu bringen.

Entz√ľndungen im Magenbereich

Bei der Pankreatitis handelt es sich um eine Bauchspeicheldr√ľsenentz√ľndung, die eine ganze Bandbreite an Symptomen mit sich bringt. Die k√∂nnen von ganz mild bis zu schwer und lebensbedrohlich gehen. Es ist noch nicht v√∂llig klar, was die Ursache f√ľr diese Erkrankung ist.

Die Aktivierung von Verdauungsenzymen mit der nachfolgenden Selbstverdauung hat eine besondere Bedeutung. Typische Symptome sind akute Appetitlosigkeit, Futter oder Galle werden erbrochen, der Hund hat Durchfall und Bauchschmerzen. Eine intensive Behandlung kann je nach Verlauf notwendig werden. Dass der selbe Hund immer wieder die Erkrankung bekommt ist leider nicht selten.

An eine Kolitis bzw. Dickdarmentz√ľndung w√ľrde vielleicht nicht jeder als erstes denken, wenn die Probleme eigentlich vom Magen herkommen, aber sie kann bei vielen Hunden neben dem Durchfall auch Erbrechen hervorrufen. Daf√ľr sind wahrscheinlich zwei Gr√ľnde verantwortlich.

Der gleiche Nerv versorgt Magen und Dickdarm. Zudem liegt der Dickdarm ganz nah am Magen in der Bauchh√∂hle. Typische klinische Symptome sind Durchfall, der h√§ufig Schleim und/oder frisches Blut enth√§lt. Dazu kommen Futterunlust und der Drang h√§ufig Kot absetzen zu m√ľssen. Die Symptome sind heftig, es kommt aber zu keiner Dehydration. Daher ist die Erkrankung zwar sehr l√§stig, aber eher ungef√§hrlich.

Akut, aber immer noch ohne gekl√§rte Ursache ist die h√§morrhagische Gastritis oder blutige Magendarmentz√ľndung. Am h√§ufigsten bekommen Yorkshire-Terrier oder Chihuahua, also kleine Rassen, diese Erkrankung. Der Verlauf ist sehr heftig, die Hunde trocknen sehr schnell enorm aus. Hier besteht immer die Gefahr die Erkrankung mit einer¬†akuten Pankreatitis zu verwechseln.

Hund zur Untersuchung beim Tierarzt

Hund zur Untersuchung beim Tierarzt / © Syda_Productions Рdepositphotos.com

Virusinfektionen als Ursache f√ľr das Erbrechen

Virusinfektionen haben unter den Infektionskrankheiten die vermutlich größte Bedeutung. Es gibt bekannte Viren, die harmlos sind und genauso welche, die den Organismus lebensgefährlich bedrohen. Parvovirus und Staupe gehören zu den gefährlichsten Viren.

Sind Hunde nicht dagegen geimpft, nimmt die Infektionskrankheit einen sehr heftigen Verlauf, der innerhalb k√ľrzester Zeit blutiges Erbrechen und Durchfall hervorruft. Es kommt zu einer rapiden Verschlechterung des Allgemeinzustands. Auch wenn intensivmedizinische Ma√ünahmen ergriffen werden, kann der Hund nicht immer gerettet werden.

Einfache Maßnahmen gegen Erbrechen

Akutes Erbrechen lässt sich in den meisten Fällen konservativ behandeln. Wenn aber Lustlosigkeit, schlechter Appetit oder Durchfall dazukommen, oder es sind Blutbeimengungen im Erbrochenen, sollte der Hund dringendst einem Tierarzt vorgestellt werden.

F√ľr die n√§chsten 12‚Äď24 Stunden sollte der Hund kein Futter mehr bekommen. Durch die Futteraufnahme wird in den meisten F√§llen weiterer Brechreiz ausgel√∂st, selbst wenn der Hund Hunger hat. Der K√∂rper kann durch die eingelegte Verdauungspause dem gereizten Magen-Darm-Trakt die M√∂glichkeit geben sich zu beruhigen. Wasser braucht der Hund aber immer. Selbst dann, wenn durch das Wasser auch Brechreiz ausgel√∂st wird.

Hilft das einfache Einlegen der Futterpause nicht, kann es sein, dass Medikamente n√∂tig werden. Hier kann der Tierarzt aus einer ganzen Palette ausw√§hlen. Auch hier gilt, dass die meisten Mittel aus der Humanmedizin nicht die beste Wahl sind und wenn, nur nach R√ľcksprache mit dem Tierarzt zum Einsatz kommen sollten.

Darf der Hund wieder gef√ľttert werden, sollte er Schonkost bekommen. √úblicherweise lautet die Empfehlung gekochtes Gefl√ľgelfleisch mit Reis, H√ľttenk√§se und Magerquark. Fett sollte der Hund vorerst nicht erhalten. Wichtig ist es, kleine Mahlzeiten zu f√ľttern, damit der Hundemagen nicht √ľberfordert ist. Vertr√§gt der Hund die Schonkost gut, kann er langsam wieder auf sein normales Futter umgestellt werden. Alternativ bietet sich eine Futterumstellung auf ein hypoallergenes und naturbelassenes Futter an.

Wann Sie zum Tierarzt gehen sollten

Wenn Sie den Verdacht haben, dass das Erbrechen bei Ihrem Hund eine krankheitsbedingte Ursache hat, so sollten Sie nicht zögern und direkt den Tierarzt kontaktieren. Auch im Zweifel ist ein Besuch beim Tierarzt immer besser, als abzuwarten.

Trocknet der Hund aus, weil er zu viel Fl√ľssigkeit verliert, muss er zum Tierarzt. Durch andauerndes Erbrechen oder dem Erbrechen von gro√üen Mengen kann er dehydrieren. Die Hunde k√∂nnen nicht mehr selbst trinken und die Zellen trocknen aus. √úber eine l√§ngere Zeit kann die Niere die andauernden Verluste nicht ausgleichen. Kommt dann noch Durchfall dazu oder eine eingeschr√§nkte Nierenfunktion, die mit zus√§tzlichem Fl√ľssigkeitsverlust einhergehen, kann in k√ľrzester Zeit ein lebensbedrohlicher Zustand entstehen.

Der chemisch gesehen saure Magensaft sollte √ľber l√§ngere Zeit nicht in gro√üem Ma√üe verloren gehen. Der pH-Wert im ganzen K√∂rper wird sonst verschoben. Dazu kommt der Verlust der Elektrolyte Kalium und Chlorid, was zu schweren Nerven- und Muskelzellenst√∂rungen f√ľhrt.

Selten, aber daf√ľr sehr gef√§hrlich ist, wenn Fl√ľssigkeit oder Nahrung in Luftr√∂hre und Lunge gelangen. Der Kehlkopf sch√ľtzt im Normalfall die Luftr√∂hre, damit kein Futter hineingelangt. Typische Symptome sind Husten, Atemnot, Fieber und Apathie. Hierbei handelt es sich um einen lebensgef√§hrlichen Zustand.

Gesunder Hund in den Wiesen

Ist der Allgemeinzustand nach einem einmaligen Erbrechen nicht verschlechtert, so brauch man sich meist keine Sorgen zu machen. / Foto: Ksuksann – depositphotos.com

Erbrechen beim Hund

Unsere Zusammenfassung

Das Erbrechen bzw. der Brechreflex ist eigentlich eine gute Sache, damit der K√∂rper gegen sch√§dliche Einfl√ľsse von au√üen gesch√ľtzt ist. Es gibt viele m√∂gliche Ursachen warum Hunde erbrechen. St√§ndiges und anhaltendes Erbrechen sowie Erbrechen begleitet von krankhaften Symptomen, kann beim Hund schwerwiegende Folgen haben.

Wird das Erbrechen in kurzer Zeit besser und das Allgemeinbefinden ist nicht beeinträchtigt, ist Schonkost eine gute Wahl. Kommen aber andere Beschwerden dazu, besonders Durchfall, Blut im Erbrochenen, Atemnot, Fieber, Schwäche oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes, muss der Hund schnellstmöglich zum Tierarzt.

Kommt es jedoch gelgentlich zum kurzen Erbrechen, zum Beispiel durch den Verzehr von Speiseresten oder Gras, ist in der Regel keine Handlung nötig. Passen Sie nur auf, dass Ihr Hund in Zukunft kein Gras, Speisereste oder ähnliches verzehrt.

1 Comment
  1. Informativer Artikel zum Erbrechen beim Hund. Bin per Zufall auf diesen Artikel gesto√üen. Unsere H√ľndin hat sich nach der Futterumstellung (von Trocken- auf Nassfutter) sehr h√§ufig √ľbergeben m√ľssen. Es war aber wohl nicht das Futter schuld, wie wir anfangs dachten. Viel mehr haben wir einen sensiblen Hund, dessen Magen die Umstellung nicht so gut verkraftet hat. Bei einer Futterumstellung w√ľrde ich also jedem raten, dass man es vorsichtig angeht und nicht pl√∂tzlich umstellt. Wir wurden eines besseren belehrt! Zum Gl√ľck hat Mia aber keine Sch√§den oder √§hnliches davon getragen – es war einfach nur unangenehm, sowohl f√ľr sie als auch f√ľr uns. Liebe Gr√ľ√üe, Katharina mit H√ľndin Mia

Ihr Kommentar zum Beitrag

Hundefutter Test 2021