Nahrungsergänzungen für Hunde

Nahrungsergänzungen werden nicht nur bei uns Menschen immer beliebter, sondern auch bei der Hundeernährung. Wir geben einen Einblick in die Welt der beliebtesten Nahrungsergänzungsmittel für Hunde. Wann sind Zusätze im Hundefutter wirklich sinnvoll?
Nahrungsergänzungsmittel für Hunde

Nahrungsergänzungen für Hunde / © IgorVetushko – depositphotos.com

Gründe für Nahrungsergänzungsmittel für Hunde

Es gibt verschiedene Gründe, die dazu führen können, dass auch Hunde Nahrungsergänzungsmittel erhalten. Beim Barfen, also der Rohfleischfütterung, sind Nahrungsergänzungen nicht wegzudenken. Nur mit etwas rohem Fleisch und ein paar Stücken Gemüse ist es nicht getan. Da eine falsch durchgeführte Rohfütterung auf Dauer zu Mangelerscheinungen führen kann, werden insbesondere im Barfer-Bereich viele Nahrungsergänzungen angeboten.

Dieser Artikel soll sich jedoch viel mehr um diejenigen Hunde drehen, welche bereits mit einem Alleinfuttermittel versorgt werden und dennoch Nahrungsergänzungen erhalten könnten. Bei einem Alleinfuttermittel handelt es sich um ein vollwertiges Futter, welches bereits alle notwendigen Nährstoffe, Ballaststoffe und Vitamine in ausreichender Menge enthält. Hierbei ist es nicht entscheidend, ob diese Inhaltsstoffe durch Zusätze oder natürlich im Futter enthalten sind, sondern nur, dass diese enthalten sind. Wir empfehlen dennoch jedem Hundebesitzer ein gesundes und artgerechtes Hundefutter mit natürlichen Zutaten. Unser Hundefutter Test kann bei der Futterwahl helfen.

Das Gegenstück zu einem Alleinfuttermittel ist außerdem ein Ergänzungsfuttermittel oder Einzelfuttermittel. Diese Sorten enthalten in den meisten Fällen nur wenige Zutaten und keinerlei Zusätze. Bei alleiniger Fütterung dieser Sorten würde es auf Dauer vermutlich ebenfalls zu einer Unterversorgung an Nährstoffen, Vitaminen oder anderen Stoffen kommen. Hier sind Nahrungsergänzungen ebenfalls unumgänglich. Daher weisen die meisten Hersteller auch auf eine optimale Kombination mit einem Alleinfuttermittel hin.

In einigen Fällen reicht es jedoch nicht aus, ein Alleinfuttermittel zu füttern. Dies kann verschiedene Ursachen haben. In der Regel sind es Ausnahmesituationen, bei denen der Hundekörper zusätzliche Hilfe von außen benötigt. Dies können Operationen, Stressbelastungen, Krankheiten und Mangelerscheinungen sein. Viele Hundebesitzer geben Nahrungsergänzungen auch als Prävention, also vorbeugend zum Schutz.

Wann Nahrungsergänzungen sinnvoll sein können

Eine Ergänzung wird in der Regel dann vom Tierarzt, Heilpraktiker oder Ernährungsberater empfohlen, wenn die aktuelle Fütterung nicht (mehr) ausreicht. Unmittelbar vor und nach Operationen sind Nahrungsergänzungen keine Seltenheit mehr. Vor einer Operation werden viele Hunde mit Ergänzungen beruhigt und auf den anstehenden Eingriff vorbereitet. Nach einer Operation bekommen Hunde häufig Schmerzmittel oder Medikamente zum Einnehmen. Um einen Folgeschaden an der Darmflora zu minimieren, können auch hier passende Ergänzungen eingesetzt werden.

Zu echten Stress- und Angstsituationen für Hunde zählen jedoch nicht nur Besuche beim Tierarzt, sondern auch viele weitere Momente. Auch wenn jeder Hund verschieden ist, zählen einige Situationen zu häufigen Auslösern von Stress. Hierzu zählen unter anderem Silvester, Kontakt zu anderen Hunden, Autofahren, Besuch von Fremden, das Alleinsein und viele weitere Momente. Beruhigungsmittel können helfen und werden häufig vorbeugend als Ergänzung verabreicht.

Mangelerscheinungen sind ebenfalls gute Gründe für das Füttern von Nahrungsergänzungen. Gründe für eine Mangelerscheinung gibt es viele. Hierzu zählen falsch durchgeführtes Barfen, allgemeine Fehler in der Fütterung und Krankheiten oder Verletzungen. So werden Nahrungsergänzungen für Hunde beispielsweise eingesetzt bei Blasenentzündungen und -beschwerden, Zahnbelag und Zahnstein, Hautkrankheiten, Fellverlust, Calcium-Mangel, Übersäuerung, Verdauungsbeschwerden, Vergiftungen und einer Pankreatitis.

Nicht immer muss der Hund jedoch an einer Krankheit leiden, um Nahrungsergänzungen zu erhalten. Es kann durchaus sinnvoll sein, den Hund vorbeugend mit Nahrungsergänzungen zu füttern. Diese können unter anderem dabei helfen, dass Immunsystem zu stärken, die Haut- und Fellgesundheit zu fördern und die Mobilität zu erhalten.

Auch bei Verdauungsproblemen können Nahrungsergänzungsmittel helfen / © Amaviael – depositphotos.com

Chemische vs. natürliche Nahrungsergänzung

Als Befürworter einer artgerechten und gesunden Fütterung sind wir – wie soll es auch anders sein – auch Fan einer natürlichen Nahrungsergänzung. In einigen Fällen reicht eine Behandlung durch Mutter Natur jedoch nicht aus, sodass nur die Chemiekeule helfen kann. Zum Beispiel bei einem hartnäckigem Wurmbefall empfehlen wir eine konsequente Behandlung. Diese geschieht in der Regel durch Chemie. Wichtig ist es, dass die Darmflora von der Behandlung keinen Schaden davonträgt. Hier können wiederum natürliche Kräuter und Ergänzungen hilfreich sein.

Bekannte und beliebte Nahrungsergänzungen für Hunde

Nachfolgend wollen wir Ihnen einige der am häufigsten verwendeten Nahrungsergänzungen im Bereich der Hundeernährung vorstellen. Die Liste an Ergänzungen ist lang und viele Hersteller bieten mittlerweile ein breites Sortiment an Nahrungsergänzungen an. Unser Tipp: Achten Sie beim Kauf unbedingt auf Qualität. Die Rohstoffe sollten natürlich und in hochwertiger Qualität sein.

Lachsöl

Lachsöl stellt eine gute Quelle an gesunden Fettsäuren dar. Es sind Omega-3-, Omega-6- und Omega-9-Fettsäuren in einem optimalen Verhältnis zueinander enthalten. Lachsöl soll zur Gesundheit von Haut- und Fell dienen, das Herz-Kreislauf-System und die Immunabwehr stärken, die Mobilität fördern und zudem die Gehirnaktivität unterstützen. Nach Angaben vieler Hersteller kann Lachsöl unbedenklich zugefüttert werden. Neben Lachsöl gibt es auch weitere gesunde Öle für Hunde. Wir empfehlen als Hauptnahrung ein artgerechtes und hochwertiges Nassfutter. Werfen Sie hierzu gerne einen Blick auf unseren Hunde Nassfutter Test vieler Hersteller und Sorten.

Bierhefe

Bierhefe ist reich an B-Vitaminen, Spurenelementen und Aminosäuren. Zudem ist Bierhefe ein reines Naturprodukt. Bei Krankheiten, nach falscher Ernährung und im Seniorenalter wird Bierhefe empfohlen. Die Fütterung kann über das Hauptfutter erfolgen. Enthalten sind unter anderem die Vitamine B1, B2, B5, B6 und Aminosäuren wie Lysin und Glycin. Als Spurenelemente sind unter anderem auch Phosphor, Kalcium, Kalium und Magnesium enthalten. In unserem Ratgeber rund um die Bierhefe im Hundefutter erfahren Sie mehr.

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Darmpulver

Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden, einer geschädigten Darmflora und bei einer Futterumstellung sind Darmpulver oder -tabletten sehr zu empfehlen. Hier sollten Sie unbedingt auf natürliche Zutaten achten. Eine chemische Unterstützung kann die Darmflora nur noch mehr schädigen und langfristig das Gegenteil bewirken. Häufige Bestandteile eines Darmpulvers sind Präbiotika. Natürlich sollten Sie den Einzelfall stets mit Ihrem Tierarzt besprechen. Wenn Ihr Hund unter anhaltenden Verdauungsbeschwerden leidet und Sie eine Futterumstellung auf ein hochwertiges Futter planen, dann sind wir Ihnen gerne behilflich. Nutzen Sie hierzu einfach unser Kontaktformular für eine kostenlose und unverbindliche Ernährungsberatung.

Häufig sagt der Stuhlgang und Kot des Hundes bereits viel über die Gesundheit des Darms aus. Für eine geregelte Verdauung ist ein hochwertiges Hauptfutter sehr wichtig. Auch die beste Ergänzung wird nur wenig nutzen, wenn das gefütterte Alleinfuttermittel nur schwer zu verdauen ist. Bei anhaltenden Verdauungsproblemen ist eine zwischenzeitliche Fütterung mit Schonkost häufig eine gute Wahl.

Hagebuttenpulver

Auch die Hagebutte wird häufig als Zusatz im Hundefutter verwendet. Hagebuttenpulver kann viele Vorteile für den Hund haben. So kann sich der hohe Gehalt an Vitamin C positiv auf die Gesundheit auswirken. Zudem gilt die Hagebutte als entzündungshemmend in den Gelenken. Schmerzen könnten also bereits durch das Pulver gelindert werden. Weitere Informationen zum Hagebuttenpulver für Hunde finden Sie in einem weiteren Ratgeber.

Fette

Neben Ölen werden häufig auch Fette als Nahrungszusatz verwendet. Diese können frisch beim Schlachter oder auch im gefrorenen Zustand gekauft werden. In einigen Läden gibt es Fettzugaben sogar als Pulver. Häufig stammen die verwendeten Fette vom Rind oder vom Lamm. Die Fette können dem Futter untergemischt werden und sind insbesondere bei Hunden mit Untergewicht eine häufige Ergänzung. Es gilt hierbei die Mengenempfehlung des Herstellers bzw. Verkäufers zu beachten. Zudem sollte die Fettmenge langsam gesteigert werden und nicht plötzlich gefüttert werden.

Leinsamen und Leinöl für Hunde

Leinsamen und -öl: häufig gewählte Nahrungsergänzungen für Hunde / © bit245 – depositphotos.com

Flocken

Jeder Hund hat einen individuellen Bedarf an Nährstoffen und Energie. Bei aktiven Hunden und Leistungshunden werden häufig Flocken empfohlen. Hochwertige Flocken liefern gesunde Kohlenhydrate und damit ausreichend Energie für ein aktives Hundeleben. Als häufig gewählte Flocken zählen Gemüseflocken, Haferflocken, Reisflocken, Kartoffelflocken und Karottenflocken. Auch Weizenflocken kommen häufig zum Einsatz. Wichtig ist es hierbei auf aufgeschlossenes Getreide zu achten, damit dieses vom Hund besser verdaut werden kann. Grundsätzlich empfehlen wir jedoch die Verwendung von glutenfreien Flocken. Flocken werden in der Regel mit dem Hauptfutter vermengt. Dies gelingt am besten bei einer Nassfütterung und, wenn die Flocken zuvor eingeweicht wurden.

BARF-Mixturen

Verschiedene Mischungen werden speziell für Barfer angeboten. Wenn Sie Ihren Hund per Rohfleischfütterung ernähren oder eine solche Fütterung planen, dann sollten Sie sich rechtzeitig mit den notwendigen Ergänzungen beschäftigen. Die meisten Mischungen enthalten Vitamine und Mineralstoffe, welche nicht ausreichend in der Nahrung vorkommen würden. Das Pulver wird in der Regel mit unter das Futter gemischt. Eine vorsichtige Dosierung ist besonders wichtig.

Weitere Nahrungsergänzungen für Hunde

Zu weiteren beliebten Nahrungsergänzungsmitteln für Hunde zählen Knochenmehl, Heilerde, Grünlippmuschel, Leinsamen, Mineralpulver, Chlorella, Kräutermischungen, Kurkuma, Hefen und Algen. Die Liste an Ergänzungen ist lang. Lassen Sie sich gerne von uns beraten, welche Ergänzung bei Ihrem Hund Sinn machen könnte.

Unsere Empfehlungen
Als Alleinfuttermittel erhält unsere Holly das Anifit Nassfutter. Warum? Auch nach über 30 Praxistests verschiedener hochwertiger Hersteller haben wir bis dato kein anderes Futter gefunden, welches uns noch mehr überzeugen konnte. Die schwedische Herstellung, der hohe Fleischanteil und die artgerechte Zusammensetzung des Futters sprechen für sich. Damit wäre der Grundstein für eine gesunde Ernährung gelegt. Als Nahrungsergänzungen empfehlen wir, diese abhängig vom Bedarf des jeweiligen Hundes zu wählen.
Wer schreibt hier eigentlich?
Wer schreibt hier eigentlich?
Ich bin Markus. Als zertifizierter Ernährungsberater für Hunde liegt mir die artgerechte Ernährung unserer Vierbeiner ganz besonders am Herzen.
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