Schonkost für Hunde: bei Verdauungsproblemen und nach Krankheiten

Bei uns auf dem Blog lesen Sie viel über die unterschiedlichsten Magen-Darm-Erkrankungen bei Hunden. Selbstverständlich, denn unser Thema ist die artgerechte Ernährung von Hunden und oft ist es eine Krankheit, die uns auf dessen Wichtigkeit hinweist. Immer wieder empfehlen wir Schonkost zu verabreichen, doch bisher sind wir noch nie näher auf dieses Thema eingegangen. In diesem Artikel holen wir das endlich nach. Wir sagen Ihnen, wann es nötig ist, Ihrem Hund Schonkost zu verabreichen. Woraus sich Schonkost für Hunde zusammensetzt. Und wie Sie für Ihren Hund Schonkost selbst zubereiten können.
Hund mit Zunge aus dem Maul hängend freut sich auf Futter

Schonkost bei Verdauungsproblemen und nach Krankheiten / © leungchopan – depositphotos.com

Wann muss ich meinem Hund Schonkost füttern?

Nach einer längeren Krankheit, womöglich mit der Gabe von Medikamenten ist der Allgemeinzustand eines Hundes zumeist angeschlagen. Er ist matt und alles funktioniert für eine Weile noch etwas langsamer. Das trifft auch auf die Verdauung zu.

Jede Krankheit bedeutet körperlichen Stress und in Stresssituationen leitet der Körper seine Energie auf die lebenserhaltenden Funktionen um, leider gehört die Verdauung nicht dazu. Fettreiche Kost, Knochen, mehrere verschiedene Eiweißquellen, das alles können Magen und Darm jetzt nicht gut verarbeiten.

Darum sollte man mit einer speziellen Diät dafür sorgen, dass der Hund alle notwendigen Nährstoffe bekommt, seine Verdauung dabei aber nicht überlastet wird. Denn diese funktioniert gerade nicht so, wie sie soll.

Es sind jedoch nicht immer Krankheiten, die einen Anlass zur Fütterung von Schonkost geben. Körperlicher Stress geht sehr oft Hand in Hand mit psychischem Stress. Große Veränderungen im Leben des Hundes wie ein Umzug oder Halterwechsel, die Teilnahme an Wettkämpfen für Sporthunde oder psychische Herausforderungen bei Arbeitshunden wie die Suche von verunglückten Menschen können einen große Belastung sein und zu Magen-Darm-Problemen führen.

Wann also sollten Sie Ihrem Hund Schonkost füttern?
  • Erholung nach Krankheit oder Operation
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen und Durchfall
  • Stresssituationen über einen längeren Zeitraum
  • Magen-Darm-Erkrankungen wie Gastritis, Dickdarmentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Harnsteine bzw Harngrieß
  • Megaösophagus (erweiterte Speiseröhre)

Schonkost für Hunde selber zubereiten oder kaufen

Wenn Sie kein Problem damit haben, für Ihren Hund zu kochen und ganz genau wissen wollen, was in seinem Futter drin ist, dann können Sie Schonkost für Ihren Hund ganz leicht selbst zubereiten.

Folgende Inhaltsstoffe sollte selbst gekochte Schonkost enthalten:

  • Eine leichtverdauliche Proteinquelle
  • Ballaststoffe und
  • Kohlenhydrate in Form von Gemüse und Samen

Eine gute Eiweißquelle finden Sie in Form von Huhn und Pute, oder magerem Lammfleisch. Das Fleisch kochen Sie am besten gut durch und das Kochwasser können Sie Ihrem Hund zum Trinken hinstellen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist enorm wichtig, gerade bei Magen-Darm-Erkrankungen, die oft mit Dehydrierung einher gehen. Fleischbrühe enthält nützliche Mineral- und Nährstoffe, ist sehr schmackhaft und wird deshalb meist lieber getrunken als reines Wasser.

Reis ist die Standard-Zutat für selbst gekochte Schonkost. Ersatzweise eignen sich aber auch Hirse, Quinoa und Amaranth als Kohlenhydrat- und Ballaststoff-Lieferanten. Hunde schlingen ihr Futter in kürzester Zeit ohne zu kauen, das ist ganz normal. Das heißt aber auch für Sie, dass Sie ihm pflanzliche Nahrungsmittel ein wenig aufbereiten müssen, damit Ihr Hund sie gut verwerten kann. Deshalb kochen Sie das Getreide mit der doppelten Menge Wasser, wie Sie normalerweise nehmen würden, ganz weich. Dann hat der Hundedarm weniger zu tun.

Gemüse ist unerlässlich für die Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen und Vitaminen, die Ihr Hund braucht. Sehr gut eignen sich Karotten, Kürbis oder Kartoffeln, gut durch gekocht und gestampft. Denn auch hier gilt es wieder, dem Hund die Verdauung zu erleichtern.

Das Verdauungssystem eines Hundes ist nicht dafür gemacht, Gemüse und Obst roh zu verwerten. Pflanzliche Stoffe nimmt der Hund beziehungsweise Wolf hauptsächlich in Form von Darminhalt seines Beutetiers auf, somit sind sie bereits vorverdaut. Fein geraspelte Äpfel mit Schale liefern dank der Pektine weitere Ballaststoffe, welche die Darmtätigkeit ankurbeln.

Schonkost für Hunde kaufen

Weitere Zutaten

Verträgt Ihr Hund Milchprodukte, können Sie der Schonkost Quark oder Hüttenkäse beimengen. Neben Proteinen liefern sie wichtige Probiotika, die bei der Verdauung helfen. Da auch Hunde unter einer Laktoseintoleranz leiden können, gilt es die Verträglichkeit von Milchprodukten zunächst zu testen.

Flohsamenschalen und geschrotete Leinsamen bringen noch einmal eine Extraportion Ballaststoffe in die Futterschüssel. Das tolle an den kleinen Samen ist, dass sie es bis in den Dickdarm schadlos überstehen, dort aufquellen und damit Durchfall lindern. Aber Vorsicht: Zu viel davon kann zu Verstopfung führen!

Wenn Sie unsicher sind, klären Sie mit Ihrem Tierarzt ab, welche Nahrungsmittel Sie Ihrem Hund geben dürfen und in welchen Mengen. Ist Ihr Hund zum Beispiel anfällig für Harnsteine, dann darf er gewisse Zutaten nicht essen. Eine ausführliche Beratung gibt Ihnen schnell Gewissheit und Sie können Ihren Hund optimal versorgen.

Rezeptideen für Schonkost

Damit Sie eine kleine Anregung haben, wie Sie die Zutaten kombinieren können, stellen wir Ihnen hier ein paar bewährte Rezeptempfehlungen vor.

  • Der Klassiker: gekochtes Hühnerfleisch, weich gekochter Reis, gekochte Karotten
  • Getreidefreies Menü: gestampfte Kartoffeln, Hüttenkäse, gekochte Putenbrust
  • Bei starkem Durchfall: gekochtes Hühnerfleisch, gekochte Karotten, Flohsamenschalen

Bitte klären Sie im Zweifelsfall die Fütterung mit Ihrem Tierarzt ab. Nicht alle Zutaten könnten für Ihren Hund geeignet sein, wenn beispielsweise eine Unverträglichkeit (zB gegen Huhn) vorliegt.

Wie lange füttere ich Schonkost?

Die Dauer hängt ganz von der Erkrankung oder Situation ab. Nach einer Operation oder akuten Krankheit reichen meist einige Tage bis eine Woche Schonkost. Bei chronischen Erkrankungen, Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist allerdings eine dauerhafte Ernährungsumstellung notwendig.

Wenn Sie wieder auf Ihr gewohntes Futter umstellen, gehen Sie langsam vor. Mischen Sie über mehrere Tage immer ein wenig mehr vom normalen Futter zum Diätfutter und verringern dieses bis schlussendlich kein Diätfutter mehr dabei ist. Es braucht Zeit bis die Verdauung wieder in Schwung ist und eine unmittelbare Umstellung von einem Tag auf den nächsten würde Magen und Darm völlig überfordern und nur zu weiteren Problemen führen.

Kochen Sie selber für Ihren Hund und haben Sie ein Lieblingsrezept? Teilen Sie es gerne mit uns in den Kommentaren.

Hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar!

      Hinterlasse einen Kommentar

      Login/Register access is temporary disabled