(Un)gesunde Öle für Hunde: welche Öle dürfen ins Hundefutter?

Du möchtest das Futter deines Hundes mit Ölen ergänzen? Dieser Ratgeber informiert dich über geeignete und ungeeignete Öle für deinen Hund und gibt Tipps für die richtige Dosierung.

Lachsöl für Hunde

Neben den elementaren Nahrungsbestandteilen wie Proteinen und Kohlenhydraten kommt vor allem den Fetten eine wichtige Bedeutung zu. Essenzielle Fettsäuren sind für den Hund lebensnotwendig, denn sie können vom Organismus nicht selbst produziert werden. Sie sind vorwiegend in pflanzlichen Ölen, aber auch in Fischölen enthalten. In hochwertigen Alleinfuttermitteln sind diese Bestandteile in den richtigen Mengen vorhanden. Dennoch kann es vorkommen, dass der Hund kurzfristig einen erhöhten Bedarf hat und daher Öle zugefüttert werden müssen. Wichtig ist die Zugabe der Öle vor allem beim Barfen. Jeder Hundebesitzer sollte daher einen kleinen Überblick über diese wichtigen Fette haben.

Warum verwenden Hersteller Öle?

Hunde ziehen ihre Energie in erster Linie aus tierischen Proteinen und Fetten. Um ein Hundefutter abzurunden und den Fettgehalt zu erhöhen, ergänzen viele Hersteller Öle in ihren Sorten. Hierbei werden die verschiedensten Ölsorten verwendet. Wenn sich ein Öl also in der Zusammensetzung deines Hundefutters befindet, dann kannst du auch davon ausgehen, dass dieses für Hunde als gut verträglich gilt.

Beim Barfen solltest du jedoch vorsichtig sein. Auch, wenn du ein Fertigfutter mit Ölen aufwerten möchtest, um deinem Vierbeiner mehr Energie zu liefern. Achte auf ein Öl, welches in der Form auch für die Hundeernährung verwendet werden kann. Zudem solltest du die Menge des Öls langsam steigern und zunächst nur wenig Öle ins Futter geben. Wenn du direkt mehrere Esslöffel Öl ins Futter gibst, so wird die Verdauung deines Vierbeiners mit Sicherheit mit Verdauungsbeschwerden reagieren. Daher: starte mit einer geringen Menge und erhöhe die Ölmenge nur langsam. Doch welche Öle gelten für Hunde überhaupt als verträglich?

Liste an Ölen für Hunde

Folgende Öle befinden sich in einigen Hundefuttern oder können beim Barfen des Hundes verwendet werden. An dieser Stelle möchten wir erwähnen, dass wir hier keine Heilversprechen oder Wirkungen der Öle hervorsagen oder garantieren. Wir möchten viel mehr zeigen, für welche Wirkungen die verschiedenen Öle bei deinem Vierbeiner sorgen können.

Öle für Hunde Infografik.png

Hanföl
Hanföl hat einen hohen Gehalt an Linol- und Linolensäure, und zwar im richtigen Verhältnis für die Gesundheit des Hundes. Die enthaltene Gamma-Linolensäure wirkt entzündungshemmend bei Hauterkrankungen und kann trockene, schuppige und juckende Haut günstig beeinflussen. Deswegen sorgt Hanföl für gesunde Haut und glänzendes Fell und unterstützt den Zellstoffwechsel und das Immunsystem.

Kokosöl
Kokosöl entsteht durch Pressen des Fruchtfleisches der Kokosnuss. Es wird kalt gepresst und nicht raffiniert. Kokosöl ist reich an Laurinsäure, die gegen verschiedene Krankheitserreger wie Pilze, Bakterien und Viren wirksam ist. Bei Hunden wird es gerne gegen Parasiten und damit auch als natürliche Wurmkur eingesetzt.

Maiskeimöl
Maiskeimöl enthält Omega-6 und einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Darüber hinaus ist der Vitamin E Gehalt bedeutend. In skandinavischen Studien wurde festgestellt, dass ein übermäßiger Verzehr das Wachstum von Krebszellen fördern soll. Maiskeimöl sollte daher nur mäßig verwendet werden.

Nachtkerzenöl
Nachtkerzenöl ist reich an Gamma-Linolensäure, das bei Hauterkrankungen, Arthritis, Allergien und Verdauungsstörungen eine positive Wirkung besitzt. Darüber hinaus enthält es wichtige Aminosäuren, Mineralien und Vitamine. Auch zur Fellpflege wird dieses Öl häufig verwendet.

Distelöl
Die Wirkstoffe der Distel haben eine heilende und gesundheitsfördernde Wirkung. Dieses Öl ist insbesondere reich an ungesättigten Fettsäuren und Omega-3 Fettsäuren. Das Öl wirkt sich positiv auf Haut und Fell sowie Entzündungen und kleine Wunden aus. Vitamin E unterstützt das Immunsystem und die Linolsäure ist dazu wichtig für den Stoffwechsel und das Nervensystem.

Lachsöl
Genauso wie das Distelöl, enthält auch das Lachsöl eine hohe Menge an Omega-3-Fettsäuren. Diese verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und ebenfalls wird eine Verengung der Blutgefäße vermindert. Es zählt zu den wichtigsten Ölen für Haut und Fell. Das Öl selbst wird aus Fischresten vom Lachs gepresst, es ist also das natürliche Fett der Lachse. Der Geruch ist demnach auch extrem fischig und nicht für jeden Hund der richtige Geschmack. Auch Halterin und Halter müssen sich beim Servieren auf einen fischig-intensiven Geruch gefasst machen. Zudem riecht der Hund gut und gerne für ein paar Minuten nach dem Fressen nach Fisch aus dem Maul. Beim Kauf sollte man sich für ein hochwertiges Lachsöl entscheiden, da Lachse aus Zuchtfarmen häufig viele Giftstoffe enthalten. Diese landen mehr oder weniger ungehindert am Ende auch im Öl und könnten damit die eigentlichen Vorteile des Öls zunichtemachen.

Wir haben die Lachsöle des Herstellers GranataPet und ANIfit getestet (siehe Titelbild). Nach Angaben der Hersteller sind die enthaltenen Omega-3-, Omega-6- und Omega-9-Fettsäuren unter anderem wichtig für den Fell- und Hautaufbau, die Herz-Kreislauf Gesundheit, die Immunabwehr, die Gehirnaktivität und die Gelenksfunktion, Mobilität und Vitalität. Zudem habe sich Lachsöl grundsätzlich bei Haut- und Fellproblemen bewährt. Wir haben beide Lachsöle über einen längeren Zeitraum hinweg mit unter das Hundefutter gemischt und können bei beiden Ölen von einer guten Akzeptanz und Verträglichkeit sprechen.

Leinöl
Leinöl enthält Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren in einem sehr günstigen Verhältnis. Damit ist es folglich für die Hautgesundheit des Hundes von großer Bedeutung. Das Fell glänzt und Juckreiz, kahle Stellen und Schuppen werden günstig beeinflusst. Sehr gute Erfolge erzielen Hundebesitzer mit einer Mischung aus Quark oder Hüttenkäse mit Leinöl.

Borretschöl
Auch das Borretschöl verfügt über einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Auch hier findet sich die Linolsäure wieder, welche sich positiv auf Fell und Haut des Hundes auswirken kann. Zudem eignet sich Borretschöl häufig auch bei einer Behandlung von trockenem Fell, Haarausfall, Schuppen und anderen Reizungen der Haut.

Traubenkernöl
Antioxidantien und ungesättigte Fettsäuren kennzeichnet das Traubenkernöl. Die Wirkung des Traubenkernöls ist wie bei den meisten Ölen positiv für Haut und Fell. Aber auch die Antioxidatien tragen ihr übriges zu einem gesunden Immunsystem bei. Aber Achtung: Hunde sollten keineswegs Weintrauben oder Rosinen verspeisen. Während Traubenkernöl positive Eigenschaften besitzt, kann ein Verzehr von Weintrauben oder Rosinen beim Hund gar tödlich enden.

Olivenöl
Beim Olivenöl ist nur natives Öl erster Güteklasse gut für den Hund. Rund dreiviertel des Öls bestehen aus ungesättigten Fettsäuren. Beim Hund wirkt es positiv auf Kreislauf, Verdauung, Knochenbau und Haut. Vitamin E sorgt für antioxidative Wirkung. Daneben enthält es Vitamin A, Phosphor und Eisen.

Walnussöl
Das Verhältnis aus Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren beträgt beim Walnussöl in etwa eins zu vier. Die meisten Hunde vertragen Walnussöl ohne Probleme. Die hohen Fettsäurenmengen und die Vitamine E und B helfen nicht zuletzt auch mageren Hunden dabei, wieder etwas an Gewicht zuzulegen und das Immunsystem zu stärken.

Schwarzkümmelöl
Auch das Schwarzkümmelöl enthält neben Vitaminen und ätherischen Ölen auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren, unter anderem die zuvor häufig erwähnte Linolsäure. Gewonnen wird das Öl außerdem aus den kleinen schwarzen Samen der Pflanze (Schwarzkümmel). Das Schwarzkümmelöl wird von vielen Hundehaltern als Ergänzung genutzt, da es angeblich vor Zecken beim Hund schützen soll. Wissenschaftlich bewiesen ist dies jedoch noch nicht. Auch kann es die Verdauung fördern, das Immunsystem stärken und Entzündungen erfolgreich bekämpfen.

Kürbiskernöl
Auch das Kürbiskernöl, gewonnen aus den Kernen des Kürbis, kann sich positiv auf die Gesundheit des Hundes auswirken. Dabei wird dem Kürbiskernöl unter anderem nachgesagt, dass es entgiftend wirken und einem Wurmbefall vorbeugen kann. Auch dieses Öl gilt zudem als hilfreiches Nahrungsergänzungsmittel zur Bekämpfung von Entzündungen (entzündungshemmende Wirkung).

CBD Öl
Das CBD-Öl (oft Cannabis-Öl) wird aus der Cannabispflanze hergestellt und enthält den Wirkstoff Cannabidiol. Dieser soll unter anderem schmerzlindernd und beruhigend wirken. Dabei hat das Öl keine berauschende Wirkung, da der THC Anteil entfernt wurde. Es heilt zwar keine Krankheiten, kann aber Symptome und Beschwerden lindern. So wird das Öl häufig eingesetzt bei Haut- und Fellbeschwerden, Angstzuständen, Entzündungen, Verletzungen, Appetitlosigkeit, Stress und Krankheiten, wie Epilepsie und Arthrose. Wie beim Menschen, kann das CBD-Öl auch beim Hund unterschiedliche Wirkungen erzeugen. Derzeit ist die Verwendung von CBD-Öl in der Hundeernährung jedoch untersagt, da es sich noch um einen nicht zugelassenen Zusatzstoff handelt. Vermutlich fehlen zuverlässige Studien, um das Mittel für den Verkauf freizugeben. Positive Erfahrungsberichte von vielen Hundehaltern gibt es bereits. Solange CBD-Öl jedoch keine Zulassung erhalten hat, würden wir empfehlen mit der Fütterung zu warten.

Welche Öle sollte ich meinem Hund lieber nicht geben?

Es gibt einige Öle, welche du deinem Vierbeiner lieber vorenthalten solltest. Unter Umständen kann es bei einigen dieser Ölen zu Verdauungsbeschwerden oder allergischen Reaktionen kommen. Daher wäre es am besten, wenn du von den folgenden Ölen Abstand nimmst.

Rapsöl
Rapsöl hat den höchsten Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren. Daneben enthält es Vitamin A und E. Viele Quellen berichten jedoch, dass Rapsöl für Hunde nicht gut geeignet ist. Andere schwören förmlich auf die positiven Auswirkungen einer Rapsölfütterung.

Erdnussöl
Einige Hunde vertragen Erdnüsse ohne Probleme. Die Nüsse enthalten viele Proteine und Magnesium und gelten daher als gut verträglich für Hunde. Jedoch reagieren viele Hunde allergisch auf den Verzehr von Erdnüssen. Mögliche Folgen einer solchen Reaktionen sind epileptische Anfälle. Daher lieber die Finger vom Erdnussöl lassen und zu einer Alternative greifen.

Wichtiges im Umgang mit Öl

Wichtig bei der Verwendung von Ölen ist die Qualität. Eine Bio-Qualität beim verwendeten Öl spricht für sich. Die pflanzlichen Öle sollten kaltgepresst und dürfen nicht raffiniert sein. Ideale Öle tragen Kennzeichnungen wie extra nativ und bio.

Niedrigpreisige Öle sind zumeist chemisch behandelt und reich an Konservierungsstoffen. Dies macht das Öl für das Tier wertlos. Wichtig ist auch eine dunkle Verpackung. Diese schützt das Öl vor Sonneneinstrahlung. Öl sollte stets an einem trockenen und lichtgeschützten Platz gelagert werden. Einige Öle, wie das Lachsöl, können sich bei kalten Temperaturen festigen. Wird das Öl wieder erwärmt, so kehr es jedoch schnell zur ursprünglich flüssigen Konsistenz zurück und lässt sich leicht mit dem Barf- oder Nassfutter vermengen. Verändert das Öl seinen Geruch oder Geschmack ist es nicht mehr verwendbar.

Die zu fütternde Menge hängt vom Gewicht und dem Bedarf des jeweiligen Tieres ab. Es empfiehlt sich die Ölsorte regelmäßig zu wechseln, da jedes Öl eine unterschiedliche Zusammensetzung hat und somit anders wirken kann.

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