Hundefutter ohne Kohlenhydrate

Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate sind die Grundlagen einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Dies gilt allerdings nur für den Menschen – nicht für den Hund. Hier sorgen immer wieder Diskussionen darüber, welche Stoffe für den Hund lebensnotwendig sind, für Verunsicherung. Viel zu oft ist die Ernährung des Hundes an jene der Menschen angepasst. Irgendwann zahlen die Tiere dafür einen hohen Preis. Wie aber sieht es mit den umstrittenen Kohlenhydraten aus?

Zu viele Kohlenhydrate sind ungesund

Kohlenhydrate sind in Getreide, Reis und vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Sie liefern ähnlich viel Energie wie Eiweiß. Im Gegensatz zu den Proteinen benötigt der Hund Kohlenhydrate nur in kleinen Mengen. Zu viel davon ist überflüssig und kann sogar Krankheiten nach sich ziehen. In erster Linie ist hier Übergewicht zu nennen. In Verbindung damit kann es zu Magen-Darm-Erkrankungen oder auch Diabetes kommen. Zu viele Kohlenhydrate greifen die Zähne an. Im Mundbereich entstehen zahlreiche Bakterien, die wie beim Menschen, Karies, Parodontose und Fäulnis fördern.

Auch der Darmtrakt des Hundes ist nicht optimal auf die Verdauung von Kohlenhydraten ausgelegt. Hundebesitzer können daher häufig Verdauungsbeschwerden und Probleme mit dem Stuhlgang beobachten, wenn der Hund zu viele oder die falschen Kohlenhydrate zu sich genommen hat. Getreide kann darüber hinaus zu schweren Unverträglichkeiten und Allergien führen.

Auf die richtige Menge kommt es an

Ein Mangel an Kohlenhydraten tritt bei einer Versorgung mit Fertigfuttermitteln nicht auf und hätte für das Tier auch kaum Auswirkungen. Hunde können bei Bedarf Eiweißstoffe rasch in Kohlenhydrate umwandeln. Dies ist etwa bei intensiver Arbeitsleistung notwendig. Der Prozess belastet jedoch den Stoffwechsel und damit die Gesundheit des Hundes. Für eine rasche Energiebereitstellung sind die Kohlenhydrate daher wichtig. Fehlen sie, kann es bei großer Anstrengung zu einer Unterzuckerung kommen. Zu beobachten ist eine Unterzuckerung etwa bei Jagdhunden, wenn sie stark unter Stress stehen oder an einer Treibjagd teilnehmen.

Die Symptome sind Muskelzittern, Nervosität, Schwäche, Orientierungslosigkeit und Krämpfe. Daraus ergibt sich eine klare Linie: Kohlenhydrate in Maßen sollten im Hundefutter enthalten sein. Ein Überschuss muss aber unbedingt vermieden werden. Auch die sogenannten Ballaststoffe zählen zu den Kohlenhydraten. Sie sind wichtig für eine geregelte Verdauung, indem die enthaltene Zellulose im Darm Wasser bindet und die Darmtätigkeit anregt. Sie werden unverdaut wieder ausgeschieden.

Kohlenhydrate sind für den Hund eine schnelle Energiequelle. Inulin im Hundefutter zählt ebenfalls zu den Kohlenhydraten und fördert eine stabile Verdauung. Glucose ist bei vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Das zentrale Nervensystem des Hundes ist auf Glucose angewiesen, da dieses eines der wichtigsten Lieferanten für Energie ist. Diese und weitere Kohlenhydrate sind wichtiger Bestandteil einer gesunden und artgerechten Hundeernährung.

Gesunde Kohlenhydrate

Gesundes HundelebenHundebesitzer, die Wert darauf legen, dass ihr Hund nicht zu viele Kohlenhydrate erhält, sollten die Deklarationen auf den Alleinfuttermitteln gut durchlesen. Zumeist enthält Trockenfutter deutlich mehr Kohlenhydrate als Feuchtfutter. Aber auch hier lohnt sich ein Vergleich. Dabei ist immer zu bedenken, dass auch Hundekekse oder Leckerlis einen hohen Kohlenhydratanteil beinhalten können. Vereinzelte Futtermittelhersteller wie Lunderland oder Hermann’s bieten reine Fleischdosen an. Diese enthalten nur die angegebene Fleischsorte ohne andere Zutaten und werden dann ganz nach Bedarf angereichert werden.

Auch jene Hundehalter, die ihre Tiere roh füttern, können den Anteil an Kohlenhydraten selbst bestimmen. Bei der Zugabe von Obst und Gemüse sollte allerdings darauf geachtet werden, dass diese für den Hund nur verarbeitet optimal zu verdauen sind. Ideal ist es, diese Zutaten zu pürieren. Dadurch sind die zellulosehältigen Pflanzenzellwände zerstört und der Verdauungstrakt des Hundes spaltet die Zutaten auf. Das Mus ähnelt zudem dem Mageninhalt eines Wildtieres, der in der Natur von den Wölfen mit dem Beutetier gefressen wird. Wichtig ist auch die Art der zugesetzten Kohlenhydrate. Auf Getreide sollte in jedem Fall verzichtet werden. Besser ist es hier auf Reis oder Kartoffeln auszuweichen. Auch Süßkartoffeln sind eine gute Alternative um den geringen Kohlenhydratbedarf des Hundes gesund zu decken.

Hochwertiges Hundefutter als Empfehlung

Bei einem hochwertigen Trocken- oder Nassfutter werden gesunde und artgerechte Rohstoffe verwendet, um den benötigten Anteil an Kohlenhydraten zu decken. Unsere getesteten Hersteller von hochwertigem Nassfutter verwenden ausgewähltes und gut verdauliches Gemüse, Kartoffeln oder Reis. Glutenhaltiges Getreide, wie zum Beispiel Weizen, hat in der Form keinen Platz im Hundefutter.

Ein hochwertiges Alleinfuttermittel besitzt einen hohen Anteil an Fleisch. Dieses ist bestenfalls in Lebensmittelqualität und auch die ernährungsphysiologisch wichtigen tierischen Nebenerzeugnisse sollten nicht zu kurz kommen. Hierzu zählen innere Organe, wie zum Beispiel Lunge, Herz und Leber. Während Katzenfutter aus beinahe nur Fleisch bestehen kann, benötigen Hunde einen kleinen, aber dennoch wichtigen Anteil an Kohlenhydraten. Barfer können diesen über Reis, Kartoffeln oder Gemüse hinzugeben. In einem hochwertigen Alleinfuttermittel sind diese Inhaltsstoffe bereits beigesetzt. Achten Sie bei der Deklaration des Hundefutters auf die genauen Komponente und auf den Anteil an kohlenhydratenhaltigen Inhaltsstoffen.

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