Was sind Pflanzliche Nebenerzeugnisse im Hundefutter?

Auf den Inhaltsangaben der Hundefutterverpackungen und Hundefutterdosen findet man immer wieder kryptisch anmutende Inhaltsstoffe. Da ist beispielsweise von Rohasche, Rohprotein oder auch von pflanzlichen Nebenerzeugnissen die Rede. Wir möchten die pflanzlichen Nebenerzeugnisse etwas näher beleuchten. Was ist das überhaupt? Kann mein Hund davon krank werden oder sind sie völlig harmlos?

Was sind pflanzliche Nebenerzeugnisse?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten von Hundefuttern: das Alleinfutter und das Ergänzungsfutter. Mit Alleinfutter ist das allgemein bekannte Trocken– oder Nassfutter gemeint. Mit Ergänzungsfuttermitteln  werden solche Stoffe bezeichnet, die man z.B. selbst zubereitetem Futter zugibt, um eine optimale Versorgung mit allen Nähr- und Mineralstoffen zu erreichen. Oft taucht bei den Alleinfuttern (egal ob trocken oder nass) der Begriff „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ bei der Inhaltsangabe auf. Dabei handelt es sich leider nicht um leckeres Obst oder Gemüse, mit dem das Hundefutter angereichert wurde. Pflanzliche Nebenerzeugnisse sind nichts anderes als Abfallprodukte, die bei der Getreideverwertung anfallen. Das können unter anderem sein: Weizenkleie, Erdnussschalen oder auch Stroh. Diese dienen als Füllstoffe, sind aber vom Hund schlecht verwertbar und belasten eher den Verdauungstrakt.

„Aufpassen“ heißt es auch bei Hundefuttern, bei denen auf dem Etikett ganz oben der Inhaltsstoff Getreide steht. Das heißt dann in der Regel, dass nicht allzu viel Fleisch im Futter vorhanden ist. Eine geringe Menge an Getreide im Hundefutter ist übrigens nicht ungesund, sondern wird sogar für eine gesunde Verdauung benötigt. Hunde sind nämlich – im Gegensatz zu Katzen – keine reinen Fleischfresser. Manche Hersteller schreiben auch Soja, Maiskernmehl oder ähnliches in die Inhaltsangabe, um die reine Getreidemenge in ihrem Hundefutter zu verschleiern. „Pflanzliche Nebenprodukte“ ist im Prinzip mit „billige pflanzliche Stoffe“ gleichzusetzen. Diese haben in gutem Hundefutter nichts zu suchen.

Was bedeuten die anderen Deklarationen auf dem Etikett?

Anhand von Rohprotein lassen sich Rückschlüsse auf die im Hundefutter enthaltenen Eiweißbestandteile ziehen. Diese sollten immer hochwertig sein, da sie in der Hundeernährung eine große Rolle spielen. Bei Rohfasern handelt es sich um den pflanzlichen Bestandteil, der nicht vom Hund verwertet werden kann. Dieser sollte bei einem gesunden und normalgewichtigen Hund nicht über 4% liegen. Bei Diätfutter findet man diese Deklaration auf dem Etikett häufiger, da Rohfasern vom Darm nicht richtig verwertet werden können und somit zur Gewichtskontrolle beitragen. Bei Rohasche handelt es sich – anders als der Name vermuten lässt – nicht um Asche , sondern um die hypothetische Menge an Mineralstoffen, die übrig bleiben würde, wenn man das Futter verbrennt. Dieser Wert sollte zwischen 4%  und 10 % liegen, da ein höherer Wert auch auf minderwertiges Futter hinweisen kann.

Gutes Hundefutter sollte immer einen hohen Fleischanteil haben und nur geringste Mengen an pflanzlichen Nebenprodukten. Ein geringer Getreideanteil ist völlig in Ordnung. Zudem sollten keine Konservierungsstoffe oder künstliche Farb- und Aromastoffe darin enthalten sein. Auch von Futter, das Glutamat enthält, ist eher abzuraten, da dies ein künstliches Hungergefühl hervorrufen kann. Bei Trockenfutter sollte der Fleischanteil zwischen 25 % -30 % liegen. Grundsätzlich sollte es jedem Hundebesitzer selbst überlassen sein, welches Futter er seinem Tier gibt. Denn nicht immer ist das teuerste Futter auch das Beste. Es gibt durchaus eine Reihe von Herstellern, die die Inhalte genauer aufschlüsseln und nicht nur „pflanzliche Nebenprodukte“ auf das Etikett drucken.

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