Untergewicht beim Hund: Ursachen und Behandlung

Gewichtsprobleme sind nicht nur beim Menschen ein Thema. Auch bei den vierbeinigen Weggefährten treten Probleme mit dem Gewicht auf. Nicht nur das Übergewicht stellt ein Problem dar, sondern auch das Untergewicht.

Die Ursachen dafür sind sehr vielfältig und müssen nicht selbst verschuldet sein. Meist ist eine Kombination aus mehreren Gründen das Problem. Es ist die Aufmerksamkeit des Halters gefragt, diese Gründe zu finden.

Die Folgen von Untergewicht beim Hund sind sehr ernst zu nehmen. Denn sie schränken nicht nur die Lebensqualität des Tieres ein, sondern können im schlimmsten Fall sogar zum verfrühten Tod des Hundes führen.

Was ist Untergewicht?
Kurz gesagt: wird durch die Fütterung zu wenig Energie aufgenommen, baut der Körper ab. Die Folge: Gewichtsabnahme. Die daraus resultierende Mangelerscheinung nennt man Untergewicht.

Doch es ist nicht nur falsche oder unzureichende Fütterung, die Untergewicht begünstigen kann. Auch Krankheiten können die Ursache sein.

Ab wann gilt ein Hund als untergewichtig?

Geht es um das Idealgewicht des Vierbeiners, gibt es große Unterschiede zwischen den Rassen. Ein Windhund ist dafür ein gutes Beispiel. Der grazile, drahtige Windhund erscheint meist abgemagert, dabei ist es lediglich sein Rassemerkmal und für seine Rasse völlig normal.

Bei der Ermittlung des Hunde-Idealgewichts müssen Punkte wie die Rasse, das Alter, die Statur sowie die Fellbeschaffenheit beachtet werden. Das Idealgewicht sollte ein Hund am Ende seiner Wachstumsphase haben. Welche bei jeder Rasse bei einem anderen Alter erreicht ist.

  • kleine Rassen: ab dem 10. Lebensmonat
  • mittlere Rassen: ab dem 12. bis 14. Lebensmonat
  • größere Rassen: ab dem 18. bis 20. Lebensmonat

Der Hund lässt sich nicht wiegen und das Idealgewicht ist nicht bekannt? Kein Problem. Ob ein Hund „nur“ zu dünn oder schon untergewichtig ist, kann an verschiedenen Merkmalen festgestellt werden.

Ihr Hund ist zu dünn

  • Rippen- und Hüftknochen sind deutlich zu sehen bzw. zu ertasten
  • Taille und Bauchbereich sind stark eingezogen
  • Körperform gleicht einer Sanduhr mit starker Einschnürung
  • Fell sieht dünn und stumpf aus

Ihr Hund hat Untergewicht

  • Rippen- und Hüftknochen treten stark hervor
  • es kann keine Fettschicht an den Wirbeln ertastet werden
  • teilweiser Fellverlust
  • Apathie und Kraftlosigkeit

Erfüllt ein Tier diese Kriterien, muss unbedingt ein Tierarzt konsultiert werden. Des Weiteren sollten Maßnahmen eingeleitet werden, um den Hund schnell wieder auf Normalgewicht zu bringen.

Ursachen von Untergewicht beim Hund

Es gibt viele Gründe für Untergewicht beim Hund. Es ist deshalb die Aufmerksamkeit und Beobachtungsgabe des Halters gefragt, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Ernährung

Untergewicht entsteht im einfachsten Fall durch eine Mangel- oder Fehlernährung des Tieres. Bei der Mangelernährung erhält der Hund dauerhaft nicht genug Nahrung.

Unter Fehlernährung versteht man die falsche Fütterung. So wie Menschen, können auch Hunde sehr wählerisch sein was den Inhalt ihres Futternapfes angeht. Auch die Rasse spielt dabei eine Rolle. Nicht jeder Hund ist unkompliziert, wenn es um sein Futter geht. Bevorzugen die Tiere eher Trockenfutter, kann es zu Mangelerscheinungen führen. Denn es fehlt ihnen der hohe Fleischanteil des Dosenfutters. Aber auch eine Fütterung mit Essensresten zählt zu einer Fehlernährung.

Durch falsche Ernährung verkleben die Darmzellen verkleben oder werden beschädigt. Die Nährstoffe können nicht mehr richtig aufgenommen werden. Es kommt zu Nährstoffmangel und Untergewicht.

Alter des Hundes

Mit zunehmendem Alter können auch Unverträglichkeiten gegen bestimmte Futtersorten auftreten. Der Grund dafür ist ein verlangsamter Stoffwechsel im Alter. Durch die Unverträglichkeit kann es zur Futterverweigerung und daraus resultierend zum Untergewicht kommen. Alte Hunde können Ihr Futter zudem schlechter verwerten. Kleine Portionen oder Nahrungszusätze, wie die Bierhefe im Futter, eigenen sich hier wunderbar.

Alter Hund am Meer

Ältere Hunde haben eine langsamere Verdauung / © ikostudio – depositphotos.com

Wurmbefall

Auf einen Befall mit Würmern deutet hin, wenn der Hund für seine Verhältnisse normale bis übergroße Mengen frisst und dennoch an Gewicht verliert. Weitere Indizien sind:

  • stumpf aussehendes, dünnes Fell
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Blähbauch
  • Juckreiz am After

Krankheiten

Untergewicht kann ein Symptom von diversen Krankheiten sein. Ob als Folge von Nahrungsverweigerung oder aufgrund anderer krankheitsbedingter Ursachen, es sollte stets ein Tierarzt aufgesucht werden.

Mögliche Krankheiten als Ursache für Untergewicht sind zum Beispiel:

  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Herzerkrankung
  • Infektionen
  • Magen-Darm-Erkrankung
  • Tumor
  • Vergiftungen
  • Zahnschmerzen

Oftmals weisen Untergewicht auslösende Erkrankungen weiteren Begleiterscheinungen auf. Beispielsweise

  • Apathie
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Blähbauch
  • Unruhe

Doch nicht nur körperliche Krankheiten, auch die Psyche kann Auslöser für Untergewicht sein. Auslöser für eine Fressblockade können sein:

  • Unverträglichkeit mit Zweithund oder anderen Haustieren
  • Umzug
  • Kastration
  • Läufigkeit
  • Verlust der Bezugsperson

Es gibt also viele Möglichkeiten, warum der Hund unter Untergewicht leiden kann. Die Folgen sind jedoch häufig dieselben.

Die Folgen von Untergewicht

Ein kurzzeitiges Untergewicht hat bei gesunden Hunden in der Regel keine langfristigen Auswirkungen. Gesundheitliche Probleme sind jedoch zu erwarten, wenn die Ursache länger anhält und sich somit ein deutlich erkennbares Untergewicht entwickelt.

Die möglichen Folgen von dauerhaftem Untergewicht

  • beeinträchtigtes Immunsystem
  • gesteigerte Infektanfälligkeit
  • verschlechterte Wundheilung
  • verzögerte Genesung bei Erkrankungen
  • Haarausfall und Veränderungen der Haut
  • verkürzte Lebenserwartung
  • Unterversorgung mit essenziellen Nährstoffen
  • gestörter Wasser- und Elektrolythaushalt
  • Abbau der Muskulatur
  • veränderte Muskelfunktion
  • sinkende Knochendichte
  • Blutarmut
  • sinkender Blutdruck
  • veränderter Hormonhaushalt
  • Bekämpfung des Untergewichts

    Die erste und wichtigste Maßnahme bei einem untergewichtigen Hund ist die Konsultation des Tierarztes. Nur er kann die genaue Ursache abklären und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.

    Hund zur Untersuchung beim Tierarzt

    Gewicht und Gesundheitszustand sollten regelmäßig kontrolliert werden / © Syda_Productions – depositphotos.com

    Leidet der Vierbeiner an einer Fehl- oder Mangelernährung kann mit speziellem Aufbaufutter geholfen werden. Denn dieses ist leicht verdaulich und energiereich.

    Eine reine Mehrfütterung des üblichen Futters ist der falsche Weg. Es führt lediglich zur Überforderung des Magen-Darm-Traktes und damit einhergehend zu Erbrechen und Durchfall.

    Neben den Empfehlungen des Tierarztes sollten auch folgende Punkte ebenfalls beachtet werden:

    • Fütterung über den Tag verteilt in tierärztlich empfohlenen Portionen
    • fester Fütterungsplatz
    • feste Fütterungszeiten
    • püriertes oder aufgeweichtes Futter bei Zahnproblemen
    • keine anstrengenden Spaziergänge

    Bei einem Verdacht auf psychische Auslöser muss ein verhaltenstherapeutischer Experte hinzugezogen werden.

    Vorbeugende Maßnahmen

    Um Untergewicht vorzubeugen, ist es wichtig, den Hund genau zu kennen. Rasse, Alter und Aktivitätslevel müssen bei den Fütterungsrationen berücksichtigt werden.

    Der Hauptbestandteil eines gesunden Hundefutters ist Fleisch. Kombiniert mit Gemüse und wertvollen Kohlehydraten versorgt fleischreiches Hundefutter den Vierbeiner mit allem, was er für ein gesundes Leben braucht.

    Wie wäre es beispielsweise mit barfen? „Born Again Raw Feeders“, kurz Barf, ist eine naturnahe Rohfütterung. Rohes Fleisch und Knochen sind dabei die Hauptkomponenten dieser Hundeernährung. Doch auch Gemüse und etwas Obst fehlen dabei nicht. Das Futter wird beim barfen vom Hundehalter selbst hergestellt und genau auf die Bedürfnisse seines treuen Begleiters abgestimmt.

    Fazit
    Untergewicht beim Hund ist lebensbedrohlich! Um dies zu verhindern ist eine stete genaue Beobachtung des Vierbeiners wichtig. Nur so können Krankheiten und andere Ursachen für Untergewicht frühzeitig erkannt und behandelt werden.

    Ist der Hund bereits untergewichtig, ist ein zeitnaher Besuch des Tierarztes von großer Wichtigkeit. Dieser erforscht die Ursache und leitet rasch Maßnahmen ein, um dem Tier zu helfen.

    Die richtige Fütterung ist das A und O, wenn es um das Idealgewicht des Hundes geht. Tipps von Tierarzt, Züchter und Experten sollte der Hundehalter unbedingt beherzigen.

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