Essensreste sind kein geeignetes Hundefutter

Die ersten Fertigfuttermittel für den Hund kamen in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den Markt. Seit dieser Zeit hat sich die Futermittelindustrie um einiges weiter entwickelt. Doch was haben Hunde vor dieser Zeit gefressen? Zumeist wurden jene Hunde, die Haus und Hof bewachen sollten, mit gewöhnlichen Fleisch- und Essensresten gefüttert. Leider machen manche Hundebesitzer immer noch diesen Fehler und so hält sich die Diskussion bis heute. Sind Essensreste für den Hund ein geeignetes Hundefutter?

Bedürfnisse des Hundes

Die Forschung hat in den letzten Jahrzehnten in Bezug auf den Haushund große Fortschritte gemacht. Heute kennt man die Bedürfnisse der Vierbeiner sehr gut und kann genau sagen, wie die Ernährung zusammengesetzt sein muss. Eine Fütterung mit Essensresten ist daher keinesfalls mehr zielführend. Ganz im Gegenteil. Sie ist äußerst ungesund und bringt sogar Gefahren mit sich.

Die Reste, die am menschlichen Speisetisch übrig bleiben, sind zumeist sehr energiereich und für den Hund viel zu einseitig. Die Fettränder oder das Stück Leberpastete sorgen beim Hund mit der Zeit für Übergewicht. So entstehen schnell innere Erkrankungen oder Probleme mit den Gelenken und der Mobilität des Hundes. Das Essen ist stark gewürzt und für den Hund damit nur sehr schwer verträglich. Darüber hinaus gibt es in den Mahlzeiten, die für den Menschen köstlich schmecken und gesund sind, Bestandteile, die für den Hund sehr ungesund und sogar giftig sein können.

Vorsicht vor manchen Lebensmitteln

Hund in der NaturFetthaltige Essensreste wie Geflügelhaut, Speck oder Fettränder können nicht nur zu erheblichem Übergewicht, sondern auch zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung führen. Diese Erkrankung ist ernsthaft und kann tödlich enden. Selbst wenn der Hund die Krankheit gut übersteht, muss er vermutlich sein Leben lang Medikamente erhalten. Besonders gefährlich für den Hund sind Zutaten wie Zwiebeln, die sehr gerne in der Küche verwendet werden. Sie enthalten Stoffe, die die roten Blutkörperchen zerstören, was zu einer hämolytischen Blutarmut führt.

Die Vergiftungserscheinungen treten erst nach einiger Zeit auf und können sogar zum Tod führen. Auch beim Füttern von Obst und Gemüse sollte man vorsichtig sein. Kartoffeln und Tomaten enthalten Solanin. Dieses ist vorwiegend in den grünen Teilen zu finden. Durch Kochen wird es deutlich reduziert. Solanin in entsprechender Menge führt zu Vergiftungserscheinungen wie Koliken, Erbrechen, Durchfall, Atemnot und Lähmungen. Tomaten enthalten darüber hinaus Atropin, das Herzrhythmusstörungen hervorrufen kann. In kleinen Mengen ist das Gemüse völlig unbedenklich. Bei kleinen Hunden ist jedoch trotzdem Vorsicht geboten.

Pizza und Milch sind ungesund

Das kleine Stück Pizza, das der Hund sich erbettelt, kann ihm ziemlich schwer im Magen liegen. Selbst kleine Mengen an Hefeteig können sich im Magen des Vierbeiners ausdehnen und zu Blähungen, Krämpfen und Magenaufblähungen führen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Magen- oder Darmbruch. Blähungen und Durchfall können auch durch Milch oder Milchprodukte hervorgerufen werden. Bei einer Laktoseintoleranz unter Hunden fehlt den Tieren das Enzym Laktat, welches Milchprodukte verwerten kann. Klassische Symptome einer Laktoseintoleranz bei Hunden sind Verdauungsprobleme.

Hüttenkäse, Quark oder Joghurt gelten für den Hund dagegen als gesunde Zutaten. Avocados enthalten das Gift Persin. In geringen Mengen ist es harmlos, doch schon der Fettgehalt der Avocado kann beim Hund zu Durchfall und Erbrechen führen. Ähnlich verhält es sich mit Brokkoli. In geringen Mengen kann der Hund etwas Brokkoli ohne Probleme zu sich nehmen. Brokkoli enthält jedoch eine chemische Verbindung, die für den Hund in größeren Mengen giftig sein kann.

Schokolade, Kaffee und mehr

Generell vorsichtig sollten Hundebesitzer mit süßen Essensresten umgehen. Die Fütterung mit Schokolade sollte vermieden werden, da diese die organische und chemische Verbindung Theobromin enthält. Der Hund kann diesen Stoff nicht abbauen und er verbleibt im Blut des Tieres. In harmlosen Fällen führt dies zu Herzrasen und Durchfall. Epilepsieanfälle, Halluzinationen und innere Blutungen können jedoch zum Tod des Hundes führen. Generell gilt, je kleiner der Hund und je mehr Kakaogehalt, desto gefährlicher.

Ebenso wenig wie das Theobromin kann das Koffein von Kaffee verarbeitet werden. Regelmäßiger Kaffeekonsum kann zu Leber-, Nieren- oder Nervenschäden führen. Vorsicht ist auch mit dem Zuckerersatzstoff Xylit geboten. Er führt zu Leberschäden und kann beim Hund zum Tod führen. Zu guter Letzt sind auch Knochen, die auf den Knochentellern des Esstisches landen keine gute Hundemahlzeit. Geflügelknochen splittern und können zu schweren inneren Verletzungen führen. Daneben können sie schwere Verstopfungen hervorrufen und sogar zum Darmstillstand führen.

Grundsäzlich spricht aber nichts dagegen, wenn Sie Ihrem Hund den einen oder anderen Happen vom Essenstisch als Leckerli geben. Informieren Sie sich zuvor, ob Ihr Hund das jeweilige Lebensmittel essen darf. Stark gewürztes Fleisch oder leicht zerbrechliche Knochen sind kein geeignetes Futter für den Hund. Ein Stück mageres Fleisch, gekochte Karotten, ein kleines Eck Käse oder eine Banane sind sicherlich nicht schädlich und der Hund freut sich darüber. Aber Achtung: Füttern Sie Ihren Hund direkt vom Esstisch müssen Sie in Zukunft mit bettelnden Blicken rechnen, wenn es Essen gibt.

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