Was bedeutet „tierische Nebenerzeugnisse“ im Hundefutter?

Oft finden sich auf den Hundefutter-Etiketten der Hersteller Angaben wie „pflanzliche Nebenprodukte“ oder „tierische Nebenerzeugnisse“. Was bedeuten diese ominösen tierischen Nebenerzeugnisse? Kann ich Futter, das diese enthält, bedenkenlos füttern oder eher nicht?

Die tierischen Nebenerzeugnisse in der Tiernahrung

Was bedeutet „tierische Nebenerzeugnisse“ im Hundefutter?

Foto: pixabay.com

Bei dem Begriff „tierische Nebenerzeugnisse“ handelt es sich im Grunde genommen um Schlachtabfälle.  Bis heute hält sich hartnäckig das Gerücht, dass im fertigen Hunde- oder Katzenfutter Abfälle von verendeten oder eingeschläferten Tiere untergemischt sind, eventuell sogar noch inklusive aller verabreichten Medikamente und auch vielleicht noch das Halsband. Dem ist definitiv nicht so. Auch Hunde- oder Katzenfutter werden nach Standards produziert. Tierische Nebenerzeugnisse heißt grob übersetzt, dass sich im Futter das befindet, was nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist. Hier sind z.B. Euter, Lunge oder Milz gemeint. Es befindet sich auch kein Kot oder Urin im Hundefutter, auch wenn das immer wieder gerne behauptet wird. Stammt das Futter nämlich aus der EU, wie das bei allen in Deutschland erhältlichen Futtersorten der Fall ist, gibt es gesetzliche Vorgaben, was im Futter sein darf und was nicht. Bei den Schlachtabfällen handelt es sich also um Fleisch, das von Tieren stammt, dessen Verzehr für Menschen geeignet sind, nur eben einige Teile nicht.

Allerdings ist von Futter abzuraten, bei denen die tierischen Nebenerzeugnisse nicht weiter aufgeschlüsselt sind. Gegen gewisse Innereien im Futter ist nichts einzuwenden, während Klauen oder Federn nichts darin zu suchen haben. Das heißt nicht, dass sie vom Hund nicht vertragen werden, sondern nur, dass sie über den Stoffwechsel nicht verwertetet werden können.

Zudem ist auch von Futter abzuraten, bei dem Milch und Molkereierzeugnisse zur Herstellung verwendet wurden, da viele Hunde keine Laktose vertragen. Außerdem sollten keine Konservierungsstoffe und künstliche Farb- und Aromastoffe im Futter enthalten sein.

Bei Trockenfutter sollte der Hundebesitzer darauf achten, dass zur Herstellung Fleischmehl, Geflügelmehl oder Rindermehl verwendet wurde. Fleischmehl ist nichts anderes als getrocknetes Fleisch, das anschließend zermahlen wurde.

Hunde benötigen nicht ausschließlich Fleisch

Hunde sind – ganz im Gegensatz zu Katzen – keine reinen Fleischfresser. Dafür sollte man sich die Vergangenheit unseres Haushundes etwas näher anschauen, der ja bekanntlich von den Wölfen abstammt. Wölfe sind Beutetierfresser, das heißt, sie fressen ihr Beutetier mit „Haut und Haar“ auf, inklusive Mageninhalt und sogar den Knochen. Zudem räubert der Wolf hin und wieder ein Vogelnest aus und ernährt sich auch von Gräsern und Früchten. Ein gesundes Hundefutter besteht zwischen 50% und 70 % aus Fleisch, bei dem auch gerne mal Schlachtabfälle (also tierische Nebenerzeugnisse) dabei sein dürfen. Schließlich frisst der Wolf in freier Wildbahn ja auch Innereien, Blut und Knochen. Im Futter sollte zudem ein Anteil Gemüse, Getreide und Eiweiß enthalten sein, damit der Hund optimal mit allem versorgt wird. Zum Glück gibt es heutzutage Alleinfuttermittel, die den Hund mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen. Auch wenn der Besitzer sich für die Barf-Fütterung entschieden hat, sollte er darauf achten, dass ein Hund nicht nur ausschließlich Fleisch zum Leben benötigt. Insgesamt sollte es jedem Hundebesitzer selbst überlassen sein, welches Futter er seinem Vierbeiner füttert und welche Inhaltsstoffe er ihm zumuten möchte.

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