Futterplan für Hunde: artgerecht und gesund füttern!

Viele Hundebesitzer sind daran gewöhnt, ihren Vierbeinern täglich fix fertiges Alleinfutter zu verabreichen. Damit hat der Hund alle notwendigen Nährstoffe sowie entsprechend Energie. Es ist einfach und praktisch und den Hunden schmeckt dieses Hundefutter zumeist auch. Ein Futterplan wäre für diese Art der Ernährung absolut nicht notwendig.

Futterplan für Hunde: Rohfleischfütterung richtig durchführen / © Spaces – depositphotos.com

Wichtig wird ein Futterplan aber dann, wenn der Hund auf Rohfütterung umgestellt werden soll. Bei dieser Art der Fütterung gilt es, einige Punkte zu beachten. Ein Futterplan kann dabei helfen, dass der Hund abwechslungsreich und artgerecht ernährt wird.

Roh füttern nach Plan

Die Rohfütterung, kurz Barfen, orientiert sich am natürlichen Verhalten der Vorfahren des Hundes und an seinen Beutetieren. Bei der Erstellung eines Futterplanes werden verschiedene Teile der Beute in Gruppen unterteilt. Die Menge des Futters ist dabei abhängig von Alter, Gewicht, Aktivität und Gesundheitszustand des Hundes. Generell gilt, dass der Hund täglich eine Futtermenge von rund zwei bis drei Prozent seines Körpergewichts benötigt.

Ein sehr aktiver Hund benötigt eher mehr, ein träger Hund eher weniger Futter. Mindestens 70 Prozent dieser Futtermenge sollte aus Fleisch bestehen, rund zehn Prozent sollten fleischige Knochen ausmachen. Die restlichen 20 Prozent sollen aus Obst und Gemüse zusammengesetzt sein, wobei der Schwerpunkt auf Gemüse liegt.

Ein Futterplan hilft dem Hundehalter dabei einen Überblick zu behalten und soll gleichzeitig sicherstellen, dass der Hund alle notwendigen Nährstoffe erhält. Besonders wichtig ist dieser Plan bei Allergien oder Unverträglichkeiten und bei organischen oder chronischen Problemen.

Fleisch bildet die Grundlage

Die Grundlage im Futterplan bilden Fleisch, Knochen, Innereien und Fette. Ideal sind bei der Rohfütterung Muskelfleisch, Kopffleisch, Magen, Herz und Kronenfleisch. Dabei sollte das Fleisch keinesfalls fettfrei sein, denn Fett ist für den Hund ein sehr wichtiger Energielieferant.

Neben dem Fleisch sind auch Innereien für den Hund von Bedeutung. Sie sollten rund zehn bis 15 Prozent des gesamten Fleischanteils ausmachen. Optimal sind hier Niere, Pansen, Lunge und Leber. Neben den Innereien sollten auch Knochen und Knorpel auf dem Futterplan vertreten sein. Sie dienen der Kalziumversorgung und bieten dem Hund Beschäftigung. Etwa fünf Prozent der Gesamtration sollten blanke Knochen sein und zehn Prozent rohe fleischige Knochen.

Nach deutschem Futterrecht landet nicht nur hochwertige Nebenerzeugnisse im Futter, sondern auch Schlachtabfälle. In unserem Ratgeber über tierische Nebenerzeugnisse erfahren Sie mehr über Innereien in der Hundeernährung.

Obst, Gemüse und hochwertige Fette

Neben dem Fleisch benötigt der Hund Obst und Gemüse. Rund 20 Prozent der gesamten Futterration sollten aus pflanzlichen Bestandteilen bestehen. Dieses muss fein püriert oder gedünstet sein, denn dem Hund fehlen Enzyme, um Zellulose aufzuschließen. Diese Verarbeitung der pflanzlichen Nahrungsbestandteile imitiert den Mageninhalt eines Beutetieres. Die pflanzlichen Bestandteile des Futters reinigen den Darm und lockern den Stuhl auf. So ist einer Verstopfung entgegengewirkt.

Gemüse im Hundefutter: ist Paprika im Futter erlaubt? / Foto: pixabay.com

Zum Barfen können sehr viele Obst- und Gemüsesorten verwendet werden. Bei einigen Sorten ist Vorsicht geboten, andere sind für den Hund absolut unverträglich. Idealerweise wird mehr Gemüse verfüttert. Besonders wichtig bei der Rohfütterung sind Öle und Fette. Sie dürfen auf dem Futterplan keinesfalls fehlen. Ideal sind Fisch-, Hanf- und Leinöl. Sie enthalten die für den Hund lebensnotwendigen Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren. Sie sind essenziell was bedeutet, dass der Hundekörper sie nicht selbst herstellen kann.

Gesunde Ergänzungen

Mit zahlreichen Vitaminen, Mineralien und Fetten sind Nüsse optimal für Hunde. Sie sind besonders gesund für Herz und Hirn. Auch hier muss auf die Sorte geachtet werden, denn nicht jede Nuss ist für den Hund gesund. Roher Fisch ist reich an Omega-3-Fettsäuren und Proteinen. Zusätzlich liefert er wichtige Spurenelemente und Vitamine.

Je nach Wunsch können dem Futter auch Algen wie Spirulina und Chlorella beigefügt werden. Sie sind besonders reich an Aminosäuren, Zink, Jod und Kupfer. Auch Propolis und Grünlippmuschelextrakt reichern das Futter des Vierbeiners optimal an und sollten auf dem Futterplan nicht fehlen. Weitere natürliche Zusätze, wie die Bierhefe, sind ebenfalls gesunde Zusätze in einem Hundefutter.

Ab und zu darf natürlich auch ein Milchprodukt auf dem Plan stehen. Gut verträglich sind Quark und Hüttenkäse. Bei anderen Milchprodukten ist wieder Vorsicht geboten. Hunde können, genau wie wir Menschen, auch an einer Laktoseintoleranz leiden. Neben diesen wichtigen Futterbestandteilen können auch Kräuter die Nahrung des Hundes perfekt ergänzen. Der Futterplan sorgt dabei optimal für die Ausgewogenheit. Meist wird er nur in den ersten Wochen benötigt. Hat sich die Fütterung eingespielt, erübrigt er sich zumeist rasch.

Futterplan im Urlaub einhalten

Ist ein Plan erst einmal erstellt, muss dieser auch bestenfalls konsquent durchgeführt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Hund alle wichtigen Nährstoffe erhält. Ein falsch aufgestellter Futterplan für Hunde kann auf Dauer zu Mangelerscheinungen beim Hund führen. Der Hund ist anfälliger für Krankheiten und bekommt schnell gesundheitliche Probleme.

Futterplan für Hunde im Urlaub bei Rohfleischfütterung

Der Futterplan muss auch im Urlaub eingehalten werden / © alebloshka – depositphotos.com

Daher ist es auch dann wichtig, dass der Futterplan fortgeführt wird, wenn man mal keine Zeit hat, das Futter zuzubereiten. Im Urlaub mit Hund ist dies zum Beispiel der Fall. Zwar kann man schnell auf ein hochwertiges Nassfutter als Ersatz zurückgreifen, jedoch wollen viele ihren Hund weiterhin barfen.

Es kann gefriergetrockenetes Fleisch eingepackt werden. Dies stellt die wohl beste Möglichkeit dar, seinen Hund auch auf Reisen zu barfen. Besonders auf Wohnmobil-Touren ist diese Variante sehr beliebt. Gefriergetrocknetes Fleisch eignet sich ebenfalls für daheim, wenn einmal nicht ausreichend Zeit ist, das Futter zuzubereiten.

Wer im Vor-Urlaubsstress noch genügend Zeit fürs Zubereiten findet, der kann den Futterplan für die Urlaubszeit auch vorbereiten. Das Fleisch kann dann eingefroren mitgemommen werden. Hier gibt es ebenfalls spezielles Frostfleisch für Hunde.

Eine Umstellung auf ein hochwertiges Nassfutter sollte für den Hund für den Zeitraum des Urlaubs kein großes Problem darstellen. Keinesfalls sollten Hundebesitzer plötzlich auf Trockenfutter umstellen, oder minderwertiges Futter geben.

Hund barfen im Urlaub

Wer schreibt hier eigentlich?

Ich bin Markus. Als zertifizierter Ernährungsberater für Hunde liegt mir die artgerechte Ernährung unserer Vierbeiner ganz besonders am Herzen.

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